Fundierte Trainingstipps für nachhaltiges Ausdauertraining. Speziell für Triathlon, Marathon, Ultralaufen, Trailrunning

8 wertvolle Tipps für die Durchführung von Leistungstests

Wenn du dein Training optimieren möchtest, dann kommst du um die Methoden zur Leistungsmessung nicht drum herum. Denn nur wenn du weißt, wo du aktuell stehst, kannst du dir auch realistische und sinnvolle Ziele setzen und dein Training danach planen. Leistungstests helfen dir also bei der Standortbestimmung und bei der Trainingsplanung. Bei der Durchführung von Leistungstests gibt es einige Vorbedinungen, die man unbedingt beachten sollte. Denn nur wenn du deinen Leistungstest unter möglichst optimalen Bedinungen durchführst, erhältst du auch brauchbare Ergebnisse. Wir geben dir heute 8 wertvolle Tipps, worauf du bei der Durchführung von Leistungstests unbedingt achten solltest. Außerdem erklären wir dir die Unterschiede zwischen praktischen Testmethoden und sportmedizinischen Leistungstests.

Warum Leistungstests absolvieren?

Die Leistungsdiagnose zählt zu den wichtigen Bausteinen eines erfolgreichen Ausdauertrainings. Dies gilt sowohl für ProfisportlerInnen, als auch für AmateursportlerInnen. Wer sich kontinuierlich verbessern und konkrete Ziele im Ausdauersport erreichen möchte, der sollte regelmäßige Leistungstests in seine Trainingsplanung mit einbauen.

In diesem Blogpost geben wir dir 8 wichtige Tipps, die du bei der Durchführung von Leistungstests unbedingt beachten solltest. Zudem thematisieren wir sowohl praktische Testmethoden zur Ermittlung der Ausdauerfähigkeit, als auch sportmedizinische Tests.

8 wichtige Punkte, die du bei der Durchführung von Leistungstests beachten musst

Damit dein Leistungstest auch relevante Ergebnisse liefert, mit denen dein Trainer / deine Trainierin arbeiten kann, musst du bereits im Vorfeld des Leistungstests einige Dinge beachten.

LULTRAS - Der Ausdauer-Podcast mit Hannah und Carsten von den Ausdauer-Coaches

1. Zeitpunkt des Leistungstest

Zum Zeitpunkt des Leistungstests solltest du möglichst ausgeruht sein. D.h., dass es wenig Sinn macht, wenn du deinen Leistungstest während einer Belastungswoche durchführst.

Der beste Zeitpunkt für einen Leistungstest ist am Ende einer Erholungswoche. Denn da bist du zum einen ideal erholt. Zum anderen haben sich zu diesem Zeitpunkt mögliche Leistungsanpassungen eingestellt, die du durch dein Training in den Belastungswochen zuvor erreicht hast.

2. Training vor dem Leistungstest

Damit dein Leistungstest Sinn macht, solltest du 24 bis 48 Stunden vor der Testdurchführung keinen Sport bzw. kein anstrengendes Training absolvieren. Wie bereits erwähnt solltest du möglichst erholt in den Leistungstest gehen. Eine intensive Trainingseinheit in den 1 bis 2 Tagen vor der Leistungsüberprüfung wäre da kontraproduktiv.

3. Standardisierte Ernährung vor deinen Leistungstests

Auch deine Ernährung vor dem Leistungstest hat einen Einfluss auf deine Testergebnisse. Daher solltest du darauf achten, dass du einem für dich normalem Essverhalten vor dem Leistungstest nachgehst. Auf den Konsum leistungsbeeinflussender Stimulanzien wie Alkohol oder koffeinhaltige Produkte solltest du verzichten.

Auch auf spezielle Diäten solltest du vor einem Leistungstest verzichten. Eine Low Carb Ernährung kann zum Beispiel zur Folge haben, dass du zum Zeitpunkt des Leistungstest nicht im Vollbesitz Deiner Ausdauermöglichkeiten bist. Eine Ausnahme wäre hier natürlich, wenn du dich generell low carb ernährst.

Leistungsdiagnostik richtig durchführen

4. Möglichst gute Vorbedingungen schaffen

Neben der Ernährung gibt es noch weitere Faktoren, die deine Leistungsfähigkeit beeinflussen. Dazu zählt dein Schlafverhalten und dein allgemeines Stresslevel. Daher solltest du darauf achten, dass du vor deinem Leistungstest ausreichend Schlaf bekommst und dein Stresslevel niedrig ist bzw. sich in einem normalen Bereich bewegt.

Ganz allgemein kann man sagen, dass du dich vor einem Leistungstest ähnlich wie vor einem Wettkampf verhalten solltest: Genügend Schlaf, möglichst wenig Stress und eine Ernährung, an die dein Körper gewöhnt ist.

5. Standardisiertes Testverfahren

Nicht nur die Vorbedingungen (Erholung, Ernährung) sollten für deinen Leistungstest möglichst standardisiert sein, sondern auch die Testverfahren als solche. Wenn du z.B. LäuferIn bist und den Coopertest durchführen möchtest, solltest du diesen möglichst immer am selben Ort durchführen. Hier bietet sich eine 400m-Laufbahn an, auf der man die absolvierte Distanz gut messen kann.

Je professioneller der Leistungstest durchgeführt wird, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass du diesen Indoor (z.B. Auf dem Laufband oder einem geeichten Ergometer) durchführst. Denn auf Indoor-Geräten spielen äußere Bedingungen (Wind, Temperatur, Niederschlag etc.) keine Rolle und haben somit keinen Einfluss auf dein Leistungsergebnis.

Active - das Ausdauer-Coaches-Trainingskonzept für Ausdauersport, Triathlon, Laufen, Radfahren, Trailrunning, Marathon, Ultra laufen

6. Hole dir Hilfe für deinen Leistungstest

Wenn du auf eigene Faust einen Leistungstest durchführen möchtest, solltest du dir unbedingt Hilfe dazuholen. In der Regel forderst du dich bei Leistungstests sehr und gehst bis an eine gewisse Grenze. Da ist es sehr hilfreich, wenn du jemanden hast, der dich bei der Durchführung des Tests unterstützt. Egal ob du deinen Leistungstest draussen oder drinnen durchführst – frage einen Freund oder Trainingspartner, ob er dich bei deinem Leistungstest unterstützen kann.

Ideal ist es natürlich, wenn du eine professionelle Leistungsdiagnostik durchführen lässt. Geschultes Fachpersonal und professionelle Gerätschaften ermöglichen es, dass die Störfaktoren, die deine Testergebnisse beeinflussen können, minimiert sind. Je weniger Störfaktoren, desto genauer ist am Ende auch dein Ergebnis.

7. Regelmäßige Leistungsüberprüfung

Damit deinE TrainerIn deine Trainingsplanung optimal gestalten kann, ist es wichtig, dass du regelmäßig deine Leistung überprüfst. D.h. Du solltest Leistungstests in regelmäßigen Abständen absolvieren.

Wichtig ist, dass du dieselben Tests unter möglichst gleichen (Vor-)Bedingungen durchführst. Nur so sind deine Testwerte aussagekräftig und ein Vergleich deiner Testergebnisse sinnvoll.

8. Sportartspezifische Leistungstests

Damit deine Leistungsergebnisse relevant sind, ist es wichtig, dass du die Leistungstests sportartspezifisch absolvierst. D.h. Wenn du deine Laufform testen möchtest, solltest du das mit einem Lauftest tun, für die Radform auf dem Rad/Ergometer und für das Schwimmen im Becken.

Welche Leistungstests gibt es eigentlich? Hier einige Beispiele für praktische Leistungstests in den 3 Triathlondisziplinen.

  • Schwimmen
    • 400m Test
    • 1000m Test
    • 30min Dauertest
  • Radfahren
    • FTP Test
    • PWC Test
    • Wingate Anaerobic Test
  • Laufen
    • Coopertest
    • Concini-Test
    • Zweistreckentest
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Sportmedizinische Leistungstests

Sportmedizinische Leistungstests unterscheiden sich von praktischen Leistungstests in Bezug auf ihre Aussagekraft. Die hier bereits erwähnten sportpraktischen Leistungstests dienen nur der Leistungsüberprüfung. Sportmedizinische Leistungstests liefern hingegen darüber hinaus Daten, die dein Trainer / deine Trainierin u.a. zur individualisierten Trainingssteuerung nutzen kann. Zudem kann dein Trainer / deine Trainierin die Daten aus einem sportmedizinischem Leistungstest nutzen, um deine Stärken und Schwächen in den verschiedenen Belastungsbereichen (z.B. Grundlagenausdauer, Wettkampfspezifische Ausdauer) auszuwerten. Im Ausdauersport gibt es zwei gängige sportmedizinische Leistungstestmethoden: Die Laktat-Leistungsdiagnostik und die Spiroergometrie.

Hand aufs Herz – hast du schon einmal einen Leistungstest durchgeführt? Wenn ja, hast du dir Gedanken darüber gemacht, wie deine Ernährung im Vorlauf auf den Leistungstest war und ob du ausreichend Schlaf und ein niedriges Stresslevel hattest?

Hast du darauf geachtet, dass du deinen Leistungstest am Ende einer Erholungswoche absolvierst? All die von mir genannten Faktoren sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass ein Leistungstest auch wirklich Sinn macht. Und das sollte er. Denn ein Leistungstest reißt dich immer ein bisschen aus deiner Trainingsstruktur heraus. Da sollte er sich unbedingt lohnen. Umso wichtiger ist es, dass du möglichst ideale Vorbedingungen für deinen  /Leistungstest schaffst. Und dass diese Vorbedingungen immer möglichst identisch sind, wenn du den Leistungstest wiederholst. Nur so ist ein Vergleich von Leistungstests sinnvoll.

Wie sind deine bisherigen Erfahrungen mit Leistungstests?

Sportlich erfolgreich sein 2019? – Wie die Ausdauer-Coaches dir dabei helfen können!

Hast du dir für 2019 große oder kleine sportliche Ziele gesetzt? Ich gebe dir heute einen kleinen Überblick, was die Ausdauer-Coaches sowohl sportlich, als auch als Coaches für 2019 planen und zeige dir, wie du direkt davon profitieren kannst.

Natürlich haben wir uns sportlich für 2019 wieder einiges vorgenommen. Im letzten Jahr habe ich meine erste Langdistanz in Roth gefinisht. Obwohl ich bereits im Ziel gesagt habe, dass ich das auf jeden Fall wieder mache, steht dieses Jahr keine Langdistanz in meinem Plan. Warum das so ist, dazu komme ich weiter unten.

Hannah konnte im Mai 2018 beim U.TLW (Ultra Trail Lamer Winkel) auf der sehr anspruchsvollen 54km Ultradistanz ihre ganze Stärke unter Beweis stellen. Leider kamen danach Schmerzen, die so nicht eingeplant waren. Bei einem Trainingssturz hat sie sich das Steißbein gebrochen.

Trotzdem konnten wir das Jahr 2018 mit der Tour de Tirol erfolgreich abschließen.

Auch die von uns betreuten LäuferInnen und TriathletInnen gingen mit vielen Glücksgefühlen aus ihren Wettkämpfen und forderten nach mehr. Für uns die beste Bestätigung, die wir für unsere Trainingsplanung bekommen können.

2019 möchten wir diesen Zustand weiter ausbauen. Dazu wird sich auch einiges bei den Ausdauer-Coaches ändern.

ACTive – Das Ausdauer-Coaches Trainingskonzept

Bereits seit einigen Jahren arbeiten wir mit einem ganzheitlichen Ansatz für die Trainingsplanung. Wie wichtig und wie sinnvoll dieser Ansatz ist, wurde uns 2018 noch einmal deutlich vor Augen geführt.

Zum Ende des Jahres haben wir uns daher zusammengesetzt und unsere Erkenntnisse aus den letzten Jahren zusammengetragen und analysiert. Im Kern ging es darum, wie wir unsere Athleten und Athletinnen noch besser machen können. Das Ergebnis dieses Prozesses ist ein neuartiges Trainingskonzept: ACTive.

Über die genauen Inhalte und die Besonderheiten werden wir hier im Blog in den nächsten Wochen und Monaten berichten. Mit unseren Athleten und Athletinnen haben wir bereits einen Großteil der Maßnahmen umgesetzt und bisher ist das Feedback sehr positiv.

Newsletter – Trainings-Know-How

Natürlich müssen und wollen wir mit unserem Coaching auch unseren Lebensunterhalt verdienen. Daher gibt es unsere Coaching-Pakete nicht geschenkt. Trotzdem möchten wir, dass so viele AusdauersportlerInnen wie möglich von unserem Konzept profitieren können.

So entstand die Idee unseres neuen Newsletters “FAQ für Triathlon und Laufen”. Einmal pro Woche beantworten wir dir und allen anderen Abonnenten unseres Newsletters Fragen aus den Themenbereichen: Ausdauertraining, Beweglichkeitstraining und Ernährung.

Anmelden kannst du dich direkt rechts in der Seitenleiste. Wenn du eine Frage stellen willst, dann schreib uns einfach eine E-Mail an: kontakt@ausdauer-coaches.de oder kontaktiere uns über einen unserer Social-Media-Kanäle.

Geplante Wettkämpfe

Auch 2019 werden wir selbst wieder Wettkämpfe absolvieren. Start ist bereits in wenigen Tagen beim 50-Kilometerlauf in Rodgau.

Das ist auch einer der Gründe, warum ich dieses Jahr keine Langdistanz absolvieren werde. Ich werde an zwei Ultraläufen teilnehmen. Dies wäre mit den zusätzlichen, langen Radeinheiten, wie sie für die Langdistanz notwendig sind, zeitlich für mich nicht vereinbar. Daher werde ich auf dem Rad den Schwerpunkt eher auf die kürzeren Distanzen legen. Dies führt dazu, dass es für mich keinen Sinn macht, in diesem Jahr über die Mitteldistanz hinauszugehen.

Hannah wird dieses Jahr wieder Ultras und Marathons laufen. Dazu möchte sie aber auch mal wieder einen Ausflug in die Triathlonwelt wagen. Geplant war ein Start beim Ironman 70.3 Rügen. Leider steht das Event momentan auf der Kippe und wir suchen noch nach einer adäquaten Alternative.

Podcasts, Online-Seminare, Ausbildung

Am 5.11.2018 ging unsere erste Podcast-Folge online. Unter dem Namen LULTRAS – love sports sprechen wir 14-tägig mit Ausdauersportlerinnen und Sportlern, die uns ihren Weg zum Sport und ihre persönliche Geschichte erzählen. Dies werden wir auch 2019 weiterführen und wir hoffen, dass du die Geschichten genauso inspirierend findest wie wir. Wenn du mit unseren Gästen direkt diskutieren willst, dann komm einfach in unsere Facebook-Gruppe “lultras – love sports”. Dort beantworten wir und unsere Gäste deine Fragen direkt.

Dazu wird ab Februar noch eine weitere wöchentliche Sendung kommen, die wir gemeinsam mit Meinsportpodcast.de produzieren werden. Dazu später mehr hier im Blog.

Außerdem haben wir noch einige neue Produkte für dich geplant. Eines konnten wir noch 2018 launchen. Seit Dezember kannst du bei uns spezielle Starterkits für einen einfachen Einstieg in den Triathlonsport buchen. Damit wollen wir dir die Einstiegshürden in eine sehr komplexe, aber tolle Sportart weiter vereinfachen.

Um auch weiterhin immer die besten und effizientesten Lösungen für dich zu finden, werden wir natürlich auch wieder einiges in unsere eigene Weiterbildung investieren. Ein Schwerpunkt wird dabei die A-Trainer-Lizenz von Hannah sein.

Es wird also wieder ein spannendes Jahr bei den Ausdauer-Coaches. Egal ob Coaching-Pakete, Podcast oder unsere neuen Produkte. Wir sind sicher, auch für dich haben wir 2019 etwas im Angebot.

Jetzt bist du an der Reihe. Schreib uns deine Fragen zum Ausdauer-Training, Diskutiere mit uns in unseren Community-Gruppen, oder sprich uns einfach bei einem unserer Wettkämpfe an!


Jahreskilometer statt Wettkampfziele – Wie LäuferInnen grundlos Verletzungen riskieren

AusdauersportlerInnen sind ambitioniert. Wer über einen längeren Zeitraum läuft (schwimmt, radelt), kommt irgendwann automatisch mit dem Wettkampfsport in Berührung. Den meisten reicht es dann nicht mehr, einfach nur regelmäßig Sport als Gesundheitsausgleich zu betreiben. Ein Wettkampf muss her. Und wenn die Wettkampflust dich einmal gepackt hat, kommst du schwer davon los.

Aber was genau bedeutet das für dein Training? Bisher hast du vielleicht nur aus persönlichem Ehrgeiz deine Kilometer getrackt. Es fühlt sich gut an, wenn man Ende des Jahres sagen kann, dass man 1000 Kilometer gelaufen ist. Und es spornt an, im nächsten Jahr daran anzuknüpfen.

Kilometerziel Laufen
Kilometerziele sind vielseitig. Häufig wollen LäuferInnen mehr, als ihnen gut tut.

Wenn du allerdings Ziele bei Wettkämpfen erreichen möchtest, solltest du mehr Wert darauf legen, wie dein Training strukturiert ist. Ein Jahreskilometerziel ist zwar eine schöne Sache. Aber bei vielen wird damit nur das eigene Ego gestillt. Auch wenn es völlig sinnbefreit für deine Trainingsplanung und deine Verletzungsprävention ist.

Training im Dezember

Es ist Dezember. Das (Lauf)Jahr neigt sich dem Ende zu. Jetzt ist eigentlich die Zeit, in der AusdauersportlerInnen wieder ins Training einsteigen. Es wird mit dem Grundlagentraining für die neue Saison begonnen. Wer sein Trainingsjahr mit Sinn und Verstand periodisiert, der wird jetzt noch keine Wahnsinnsumfänge trainieren. Viele nutzen den Dezember, um an technischen Feinheiten zu arbeiten. Ob Lauf-/Schwimmtechnik oder die Position auf dem Rennrad – es gibt genügend Punkte, an denen man jetzt ansetzen kann. Denn wenn die großen Wettkämpfe im Frühjahr wieder näher kommen, ist keine Zeit mehr für großartige technische Umstellungen. Da gilt es sowohl qualitativ, als auch quantitativ im Training ordentlich ranzuklotzen.

Der Dezember eignet sich auch hervorragend dazu, an Beweglichkeits-/Stabilitäts- und Kraftdefiziten zu arbeiten. Diese sind bei der großen Mehrheit der AusdauersportlerInnen vorhanden. Warum sollte man das tun? Damit man möglichst verletzungsfrei durch die neue Saison kommt.

Soweit die Theorie. In der Praxis tut sich bei einigen ein anderes Bild auf. Höher, schneller und vor allem weiter ist hier die Devise. Wer sich in diesen Tagen in den Sozialen Medien aufhält, der könnte denken, dass der Dezember der kilometerreichste Monat für viele AusdauersportlerInnen ist.

Jahreskilometerziele verpflichten: Muss ich eben an Heiligabend und Silvester noch einen Marathon rennen

Insbesondere LäuferInnen scheinen im Dezember davon besessen zu sein, ein bestimmtes Kilometerjahresziel zu erreichen. Schließlich müssen es unbedingt mehr Kilometer sein, als noch im Vorjahr. Vielleicht müssen es auch mehr Kilometer sein, als der Laudpartner auf der Jahresuhr stehen hat.

Was auch immer der Antrieb dieser SportlerInnen ist – es wird gelaufen im Dezember. Was ja erstmal kein Problem ist, denn so soll es sein. Problematisch ist jedoch, dass so manch eineR ohne Sinn und Verstand läuft. Denn das Jahreskilometerziel muss ja unbedingt noch erreicht werden.

Wichtig: Ich beziehe mich hier nicht auf LäuferInnen, die ohne Wettkampfambitionen unterwegs sind. Wer keine Wettkämpfe läuft, sondern “nur” für Gesundheit und Fitness regelmäßig unterwegs ist, der muss sein Jahr auch nicht unbedingt periodisieren.

Was ist Dir wichtig? Eine erfolgreiche Wettkampfsaison oder Dein Jahreskilometerziel?

Anders ist das jedoch bei ambitionierten LäuferInnen. Diese trainieren auf Wettkämpfe hin. Hier wollen sie eine für sich herausragende Leistung erreichen. Ob das eine Bestzeit ist, eine noch nie erzielte Distanz oder ein neuer Wettbewerb – die Ziele sind hier vielfältig. Für ambitionierte LäuferInnen geht es jedoch immer darum, eine für sich herausragende Leistung abzurufen. Und dafür ist es notwendig, strukturiert auf den Wettkampf hin zu trainieren.

Jahreskilometer Laufen
Carstens Zieleinlauf bei der Challenge Roth 2018

Bei der Mehrheit der LäuferInnen bleibt es nicht bei dem einen Wettkampf im Jahr. Denn nur auf ein Ziel hinarbeiten kann ganz schön öde und psychisch belastend sein. Wettkämpfe zu bestreiten ist für viele eine Art Sucht. Wenn man einmal das Gefühl erlebt hat, wie es ist die Ziellinie zu überqueren, will man mehr davon. Soweit, so gut. Aber um mehrere Wettkämpfe im Jahr erfolgreich bestreiten zu können, ist es wichtig, sich entsprechend darauf vorzubereiten und sein Trainingsjahr zu periodisieren.

Sinnbefreite Aufgeilerei an Jahreskilometern statt Regeneration

Noch wichtiger ist es, dem Körper ausreichend Regeneration zu geben. Das gilt sowohl in den Hochtrainingsphasen, als auch für die Off-Season. Nach der Off-Season sollte ein Trainingseinstieg nach dem Step-by-Step-Prinzip erfolgen. Sprich, ein ruhiger Trainingsaufbau, in dem man das Training langsam, aber kontinuierlich steigert. Denn die beste Off-Season-Regeneration hilft nichts, wenn man danach wieder volle Kanone ins Training einsteigt. Die Gefahr, sich durch eine solche plötzliche Überbelastung zu verletzen bzw. den Körper dauerhaft zu ermüden ist groß. Somit erhöht sich die Verletzungsgefahr für die neue Saison.

Wo wir wieder beim Thema wären. In meiner Timeline in den Sozialen Medien lese ich derzeit so einiges zu individuellen Kilometer-Jahreszielen, die unbedingt noch erreicht werden müssen. Ganz egal, ob es sinnvoll ist, werden zum Teil völlig absurde Trainingseinheiten heruntergerissen. Nur, damit man auch ja das Jahresziel erreicht. Als Trainerin stellen sich da bei mir häufig die Nackenhaare auf.

Ich frage mich: WARUM? Was zum Geier bringt es mir, ob ich 1500, 2000, 3000 oder gar 5000 Kilometer im Jahr gelaufen bin, wenn ich doch eigentlich auf bestimmte Wettkämpfe hin trainiere? Wieso muss ich unbedingt im Dezember nochmal richtig viel laufen? Nur damit mein Ego sagen kann, ich bin soundso viele Kilometer in den vergangenen 12 Monaten gelaufen?

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Neues Jahr, neue Ziele, immer noch mehr Kilometer

Noch absurder wird es dann, wenn dieselben LäuferInnen, die im Dezember ordentlich Kilometer für ihre eigene Statistik gemacht haben, im Januar gleich so weitermachen. Denn das neue Jahr muss ja unbedingt mit möglichst vielen Kilometern beginnen. Ob das aus trainingstechnischer Sicht Sinn macht, spielt dabei keine Rolle. Hauptsache ich kann mir selbst (und vielleicht auch anderen) sagen, dass ich der/die Geilste bin. Weil ich soundso viele Kilometer im vergangenen Jahr gelaufen bin. Weil ich den Januar mit einem neuen Kilometerrekord begonnen habe. Es ist da doch eigentlich nur logisch, dass ich mein Kilometer-Jahresziel für das neue Jahr nochmal erhöhe. Schließlich bin ich im Januar mehr Kilometer gelaufen als im letzten Jahr. Und überhaupt: Es muss schließlich jedes Jahr mehr sein.

Warum und wozu mache ich meinen Sport eigentlich? Sei ehrlich zu dir selbst!

Vielleicht erkennst du dich bei dem ein oder anderen Gedanken, den ich hier beschreibe, wieder. Dann empfehle ich dir: Hinterfrage mal, warum und wofür du deinen Sport eigentlich machst. Was ist dir wirklich wichtig?
Möchtest du möglichst viele Kilometer im Jahr schrubben? Oder möchtest du erfolgreich an Wettkämpfen teilnehmen?

Wenn letzteres der Fall ist und du zu denen gehörst, die jetzt noch unbedingt ihr Jahreskilometerziel erreichen müssen, frage dich: Ist das sinnvoll im Hinblick auf meine Wettkämpfe in 2019? Oder passt es so gar nicht in deinen Trainingsaufbau für die neue Saison?
Wichtig ist am Ende immer, dass du ehrlich zu dir selbst bist. Und das fällt vielen AusdauersportlerInnen schwer. Das eigene Ego will gepflegt werden. Vernunft steht dem jedoch häufig im Weg. Langfristig wirst du dir selbst jedoch sehr dankbar sein, wenn du dein Training mit Bedacht und Struktur gestaltest. So erreichst du deine Ziele und verringerst das Verletzungsrisiko.

Und wenn du nochmal ganz ehrlich zu dir bist: Am schlechtesten geht es dir, wenn du deinen Sport nicht machen kannst. Also sollte bei allem, was du machst, Verletzungsprävention oberste Priorität haben.

Trailrunning – Tipps die jedem den Einstieg in diese Sportart ermöglichen

Die Zeit der großen Herbst-Marathons ist gerade zu Ende gegangen. Für viele war der Frankfurt-Marathon oder der Berlin-Marathon wieder das Highlight des Jahres. Jetzt nach einigen Wochen der Ruhe, des Pausierens und Regenerierens, fangen jetzt viele wieder mit dem regelmäßigen Laufen an. Häufig noch unspezifisch. Hier bietet sich Trailrunning als “alternatives” Training geradezu an.

In diesem Blogpost möchte ich dir einen Überblick geben, was Trailrunning eigentlich ist, warum es jetzt sinnvoll sein kann, damit zu beginnen und wie dir der Einstieg mit noch mehr Tipps leichter fällt.

Was ist Trailrunning eigentlich genau?

Böse Zungen behaupten, Trailrunning ist, wenn Wanderer joggen. Wieder andere sagen: Trailrunning hieß früher Crosslauf oder Querfeldeinlauf und war eher unattraktiv. Seit durch den Wald rennen Trailrunning heißt, ist es hip.

Trailrunning - Tipps für Einsteigerinnen
Trailrunning ist mehr als nur Crosslauf, aber ist es wirklich eine neue Sportart?

Für Trailrunning gibt es keine korrekte Definition. Das Wort Trail lässt sich mit Wanderpfad, oder schmaler Weg übersetzen. Ein schmaler Teerweg kann also eigentlich auch ein Trail sein und wenn ich darauf renne, dann mache ich im Wortsinn Trailrunning. Im Allgemeinen wird unter Trailrunning laufen auf Wald und Feldwegen verstanden. Für viele bedeutet Trailrunning auch laufen in den Bergen. Je mehr Höhenmeter gelaufen werden, um so besser.

Für den Einstieg müssen es aber nicht immer 1000hm auf 10km sein.

Welches Equipment wird benötigt?

Glaubst du der Textil- und Schuhindustrie, haben Trailrunning und normaler Straßenlauf nichts miteinander zu tun. Für die Oberbekleidung fällt meine persönliche Meinung einfach aus: Es braucht keine spezielle Kleidung. Bei Schuhen muss man etwas differenzieren.

Wenn es nur darum geht auf normalen Wald- und Feldwegen zu laufen, ohne steile Abhänge hoch und runter zu laufen, dann sind normale Straßenlaufschuhe völlig ausreichend. Wenn du allerdings planst abseits der breiten Wanderwege die steilen Abhänge hoch und runter zu rennen, dann empfehle ich dir spezielle Trailschuhe.

Was zeichnet einen guten Trailschuh aus?

Ein guter Trailschuh hat eine griffige Sohle. Häufig haben Trailschuhe einen Fersenschutz und eine etwas stabilere Kappe. Mittlerweile haben fast alle Laufschuhhersteller ein Trailmodell am Start. Ob es zu dir passt findest du am besten beim Schuhdealer deines Vertrauens heraus.

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Trailrunning vs. Straßenlauf – Was sind die Unterschiede?

Wer vom Straßenlauf auf den Trail wechselt wird schnell feststellen, dass es einige kleine Unterschiede gibt. Auf zwei Dinge möchte ich hier im speziellen eingehen:

Pace spielt eine untergeordnete Rolle

Du kennst das vielleicht, wenn Straßenläufer und Straßenläuferinnen von ihren Läufen berichten, dann wird häufig auch die gelaufene Pace verglichen. Auf dem Trail funktioniert das nicht. Durch den sich ständig ändernden Untergrund, durch Auf und Ab macht es keinen Sinn, die Geschwindigkeiten bzw. die Pace groß zu vergleichen. Dies führt auch zu einigen Besonderheiten, wenn du Trailrunning trainieren willst.

Trailrunning Tipps für Einsteiger
Trailrunning – Laufen auf Schotter, Wald- und Feldwegen

Wenn du ambitionierter Läufer bist, braucht es hier einen komplett anderen Ansatz. Normalerweise läuft man basierend auf Pace bzw. Herzfrequenz. Beides funktioniert im Trailbereich nur bedingt. Wir setzen zur Steuerung unseres Trainings auf einen Intensitätsfaktor, der sich aus Distanz, verstrichener Zeit und Herzfrequenz zusammen setzt. 

Erschöpfungsgefahr auch auf kurzen Strecken

Wenn du auf der Straße Müdigkeit verspürst, dann wirst du einfach langsamer, du reduzierst dein Tempo. Wer schon mal Marathon gelaufen ist, kennt den Begriff vom “ Mann mit dem Hammer”. Plötzlich geht nix mehr.

Einen ähnlichen Effekt gibt es auch beim Trailrunning. Allerdings bei viel kürzeren Distanzen und niedrigerem Tempo. Das kommt daher, dass Trailrunning auch deinen Kopf stark fordert. Trailrunning bedeutet nicht nur einen Fuß vor den anderen zu setzen, sondern das Ganze möglichst kontrolliert zu tun, damit du nicht umknickst, oder stürzt. Diese erhöhte Aufmerksamkeit führt zu oben beschriebenem Effekt. Plötzlich von jetzt auf gleich kann es passieren, dass gar nix mehr geht. Aus diesem Grund haben wir zum Beispiel immer einen Riegel als Notfallration dabei.

Wann ist die beste Zeit für Trailrunning?

Die erfahrenen Trailläufer*innen verstehen die Frage wahrscheinlich nicht, denn sie laufen auf dem Trail zu jeder Jahreszeit. Doch für weniger erfahrene Trailläufer*innen, die normalerweise auf der Straße laufen, kann diese Frage durchaus wichtig sein.

Natürlich bietet es sich an ins Trailrunning zu schnuppern, wenn die Wettkämpfe etwas weiter in der Zukunft liegen. Dann kann sich der Körper an den neuen Belastungsreiz gewöhnen. Außerdem kannst du langsam anfangen und musst nicht gleich 30km am Stück laufen.

Wir haben damals zufällig im Herbst mit dem Trailrunning begonnen. Im Nachhinein können wir das uneingeschränkt empfehlen. Eine tolle Lauf-Abwechslung im Wintertraining und der Körper hat genügend Zeit für Anpassungseffekte.

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Weiterführende Tipps aus dem Netz

Und rutschst du schon nervös auf dem Stuhl hin und her und willst eigentlich gleich raus in die Natur? Dann kann ich nur sagen: Auf gehts!

Aber vorher solltest du noch zwei Dinge tun:

  1. Du abonnierst unseren Newsletter (Am Ende der Seite) um nie wieder News rund um das Training zu verpassen.
  2. Du speicherst diesen Beitrag ab, denn wenn du wieder da bist, dann gebe ich dir noch ein paar Tipps zum Trailrunning.

Weiterführende Tipps zur Lauftechnik

Wenn du jetzt Lust auf mehr bekommen hast, dann möchte ich dir ab hier noch einige interessante Fundstücke aus dem Netz vorstellen.

YouTube – Quelle für viel Trailrunningtheorie

Wenn du auf YouTube nach “Trailrunning” und “Technik” suchst, bekommst du unzählige Ergebnisse angezeigt. Wenn du das alles anschauen möchtest, könnte das eigene Training ein wenig darunter leiden. Eine Serie möchte ich dir jedoch hier vorstellen, weil ich sie gleichermaßen informativ und witzig finde. Vor einiger Zeit gab es mal eine Serie vom Ausrüstungsspezialisten Salomon (Hier eingebettet Folge 1):

Erste Episode – What is Trail Running

Die 10-teilige Serie bietet einen witzigen, aber auch informativen Einstieg in die Materie.

Trailrunning – Zeitschriften, Magazine und Blogs

Zeitschriften

Die einzige uns bekannte, deutschsprachige Zeitschrift ist das Trailmagazin. Clemens und Denis berichten mit einer ganzen Reihe Gastautoren Monat für Monat über alles, was mit Traillaufen zu tun hat. Wie es sich für ein Laufmagazin gehört, gibt es unzählige Race-Berichte und Equipment-Tests. Die Zeitschrift empfiehlt sich für alle, die sich für den Sport interessieren. Beim Lesen solltest du jedoch nicht zu zimperlich in Bezug auf Layout und Ortographie sein. Dafür wird beim Druck auf Nachhaltigkeit und die Verwendung von Recyclingpapier geachtet.

Im Web gibt es dazu noch einige Blogs und Webseiten, die sich speziell dem Thema widmen. Ich möchte dir hier noch einige deutschsprachige Blogs vorstellen:

Trailrunning (www.trailrunning.de)

Auf der Webseite, die ein Partnerangebot von Marathon4you ist, findest du eine Menge Rennberichte, Infos zu Trail-Veranstaltungen und jede Menge Equipment-Tests.

Trailrunnersdog Laufen mit Hund / Trailrunning / Ultramarathon an der Mosel

Für Sascha und seine Hündin Bonni ist Traillaufen Leidenschaft. Das merkt man auch in seinem Blog. Neben seinen Laufberichten beschäftigt er sich immer wieder mit anderen Themen rund um das Traillaufen, zum Beispiel Umweltschutz. Equipment-Tests gibt es ebenfalls.

Faszination TrailDer Trailrunning Blog

Martina aus dem Saarland hat eine klassische Laufkarriere hinter sich. Erst Raucherin und faul, dann Vielläuferin. Auf ihrem Blog geht es hauptsächlich ums Laufen in den Vogesen, den Alpen, auf Mallorca und dem Rest der Welt.

Trail kitchenDer Trail Running und Foodblog aus München

Und schon sind wir bei Marlen aus München. Auch in ihrem Blog gibt sehr schön zu lesende Reise- und Wettkampfberichte. Dazu gibt es eine Vielzahl toller Ideen rund ums Essen.

Trailgrip Trailrunning und Natural Running

Bert berichtet nicht nur von seinen Läufen, sondern gibt auch interessante Einblicke ins Natural Running, einer besonderen Form des Laufens, die wir demnächst auch hier im Blog aufgreifen werden.

UpToTheTopTrailrunning, Projekte, Tourenberichte

Auf Steves Blog gibt es nicht nur Lauf und Trail-Berichte. Bei ihm geht es auch ums Klettern, Bergwandern und Skitouren.

Die Liste stellt nur eine kleine Auswahl dar und ist keineswegs vollständig.

Welche Blogs sollte ich deiner Meinung nach hier unbedingt noch listen? Schreib es mir gerne in den Kommentaren.

Active - das Ausdauer-Coaches-Trainingskonzept für Ausdauersport, Triathlon, Laufen, Radfahren, Trailrunning, Marathon, Ultra laufen

Von 15 Zigaretten am Tag zum ambitionierten Marathonläufer – Teil 2

Im ersten Teil unseres Interviews hat Sascha uns einen Einblick in seine Laufanfänge gegeben und erzählt, wie er das Laufen mit seinem Berufs- und Familienalltag in Einklang bringt. In diesem zweiten Teil berichtet Sascha von seiner sportlichen Entwicklung, wie er heute sein Training gestaltet und was seine sportlichen Ziele sind.

Coaches: Was hat Dich damals dazu bewogen Dir doch einen Trainer zu suchen?

Sascha: Ich habe gespürt, dass mir der Impuls und das Feedback von außen fehlt. Mit Eurem Trainingsplan habe ich gemerkt: Mensch, der führt Dich genau an die Grenze, wo es weh tut, aber wo es Dich nicht kaputt macht im Training. Es hat richtig gepasst, obwohl ich an manchen Tagen wirklich mit mir gehadert habe. So lange Distanzen in der Woche waren für mich ungewohnt.

Leider hatte ich das Pech, dass in der Zeit, wo ich mich nach Eurem Trainingsplan auf den Berlin Marathon vorbereitet habe, ich familiär jemanden im Krankenhaus hatte und dadurch jedes 2.Wochenende bis zu 20 Stunden am Stück unterwegs war. Das hat mein Training natürlich erschwert. Ich habe aber ganz viel aus Eurem Trainingsplan gezogen und konnte mit dem Berlin Marathon zum ersten Mal einen Marathon auch über weite Teile genießen. Der Berlin Marathon hat mir gezeigt, dass ich einen enormen Schritt nach vorne gemacht habe.

Sascha laufen, Marathonvorbereitung, Training
Sascha in Begleitung von Coach Carsten auf einer kleinen Trainingsrunde in der Rummelsburger Bucht.

Coaches: Seitdem wissen wir ja, dass Du nach eigenen Trainingsplänen trainierst. Du schreibst Dir Deine Trainingspläne selber, nachdem wir Dir ein bisschen mit Literatur und einigen Tipps auf die Sprünge geholfen haben, klappt das ja ganz gut, wenn wir uns Deine aktuellen Zeiten so anschauen. Wie schwer ist es für Dich heute Deinen Plan zusammenzubauen?

Sascha: Für die Trainingsplanung nehme ich mir mittlerweile viel Zeit. Wichtig für mich ist, dass ich den Plan anlaufe und schaue wie es sich anfühlt. Mittlerweile ist es so, dass ich mich frage, ob das nicht vielleicht zu wenig oder zu langsam ist, was ich plane. Ich vergleiche den Plan dann mit der Fachliteratur und sehe, dass das so passt und ich Geduld brauche! Ich habe gelernt, dass ich nicht in jedem Training schnell, sondern auch viel langsam laufen muss. Das war auch ein Entwicklungsprozess.

Das Organisatorische mit der Familie war reine Gewöhnungssache. Mittlerweile fragen meine Kinder begeistert nach: Papa, wie viele Kilometer läufst Du? Viel Spaß! Das gehört zum Alltag mittlerweile dazu und ist völlig in Ordnung. Ich muss mich vor niemandem rechtfertigen oder entschuldigen, dass ich nicht da bin, das ist ganz toll bei mir in der Familie. Meine Frau begleitet mich zu vielen Wettkämpfen.

Um nochmal auf die Trainingsplanung zurückzukommen: Ich habe echt profitiert von Eurer Betreuung, weil ich dadurch auch sehr viel über mich und meinen Körper gelernt habe. Ich denke, das war für mich der wesentliche Schritt in all den Jahren, dass ich erkannt habe, was der Körper leisten kann und wie schnell er sich erholen kann. Ich bin dieses Jahr nach dem Wien Marathon eine Woche später durch den Teutoburger Wald beim Hermannslauf gelaufen und habe dort eine neue Bestzeit aufgestellt. Das hätte ich mir vor 3-4 Jahren nicht erträumen können.

LULTRAS - Der Ausdauer-Podcast mit Hannah und Carsten von den Ausdauer-Coaches

Coaches: Da schließt unsere nächste Frage an: Wenn Du heute zurückblickst, hättest Du Dir vor 4-5 Jahren, als Du mit dem Laufen angefangen hast, träumen lassen, dass Du irgendwann so erfolgreich Marathon läufst?

Sascha: Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so gut durch einen Wettkampf über so eine lange Distanz komme und mich so schnell regeneriere. Dass ich mittlerweile morgens 10-12km laufe und anschließend frisch und fröhlich zur Arbeit gehe. Das ist schon manchmal ein bisschen gruselig. Aber es freut mich natürlich sehr.

Coaches: Du hast ja bereits erwähnt, dass Du in diesem Jahr beim Wien Marathon Deine Bestzeit klar verbessern konntest. Außerdem hast Du Dich auch über andere Distanzen stark verbessert. Wenn wir jetzt mal den Blick nach vorne richten: Was sind die Ziele, die Du für zukünftige Wettkämpfe im Kopf hast? Was sind kurzfristige und langfristige Ziele?

Sascha: In Wien war es leider sehr warm. Ich konnte zwar eine neue Bestzeit laufen (3:49 Stunden), hatte aber eigentlich geplant eine Zeit zwischen 3:40 und 3:45 Stunden zu laufen. Das hat aufgrund der Wärme leider nicht ganz hingehauen. Ich möchte gerne beim Budapest Marathon im Oktober in Richtung der 3:30 Stunden kommen. Das ist bei einer Pace von unter 5 Minuten pro Kilometer eine Schallmauer für mich. Danach werde ich ein Fazit ziehen und schauen, was für das Frühjahr 2019 möglich ist. Ich spiele mit dem Gedanken im März den Barcelona Marathon zu laufen. Mittelfristig würde ich mich gerne im Triathlon versuchen. Außerdem reizt mich der Rennsteiglauf, bei dem ich gerne mal den Supermarathon laufen möchte. Das wird aber frühestens 2020 der Fall sein.

sascha laufen, berlin, marathonvorbereitung
Sascha auf seiner Trainingsrunde durch die Rummelsburger Bucht.

Coaches: Möchtest Du im Hinblick auf den Triathlon “nur” mal einen Triathlon schaffen, oder hast Du auch Ambitionen mal die längeren Distanzen anzugehen?

Sascha: Wenn, dann würde ich erstmal einen Volkstriathlon machen, um zu schauen, wie sich das anfühlt und wie ich mit dem Wechsel zwischen den Disziplinen klarkomme. Langfristig würde ich mir zutrauen, die Halbdistanz zu schaffen. Die Langdistanz kann ich mir nicht vorstellen. Da müsste ich dann auch zu viel Zeit ins Training investieren, das würde nicht in meinen Alltag passen.

Coaches: Es scheint ja so zu sein, dass Du Dich eher auf den längeren Distanzen wohl fühlst, denn Du bist recht schnell zum Marathon gekommen und dort auch geblieben. Willst Du auch in den nächsten Jahren primär auf der Marathondistanz bleiben oder könntest Du Dir auch vorstellen nochmal zu sagen: Ich will auch auf den kürzeren Distanzen schneller werden?

Sascha: Also 5 Kilometer sind mir vom Kopf her zu kurz. 10 Kilometer streue ich jetzt auch gerne mal als Wettkampf ein, da bin ich dieses Jahr das erste Mal auch wieder richtig auf Zeit gelaufen und war positiv überrascht, wie gut es lief. Aber ich brauche einfach die mentale Herausforderung. Bei 10 Kilometern und über die Halbmarathon-Distanz bin ich mir immer sicher, dass ich ins Ziel komme. Beim Marathon weiß ich, egal wie gut meine Vorbereitung ist, kann ich nicht sicher sein, dass ich ins Ziel komme. D.h. ich muss mich wirklich konzentrieren und auf meinen Körper achten. Diese mentale Herausforderung brauche ich. Sie gibt mir Kraft im Alltag.

Coaches:  Wenn Du Dich ernsthaft mit Triathlon beschäftigst, würdest Du Dich in die Triathlon-Trainingsplanung einlesen, oder würdest Du Dir einen Trainer nehmen?

Sascha: Ich bin der Typ, der gerne verstehen möchte, was passiert. Das ist in allen Lebensbereichen so. Dementsprechend würde ich mich auf jeden Fall einlesen. Aber ich weiß auch genau, dass Lektüre keinen Trainer macht. Selbst wenn ich selber alles wüsste – auch die Profis haben einen eigenen Trainer. Man braucht auch einfach einen Impuls von außen, jemanden mit Erfahrung, wenn man selbst komplett bei null startet. Da würde ich mir schon bei so einer großen Herausforderung wie dem Triathlon fachmännischen Rat zur Seite holen.

Trainingsplanung mit Sascha, einem ehemaligen Schützling
Die Ausdauer-Coaches mit ihrem ehemaligen Schützling Sascha unterwegs in Berlin.

Coaches: Wir haben keine Fragen mehr. Gibt es noch etwas, das Du gerne loswerden möchtest?

Sascha: Ich möchte mich auf diesem Weg nochmal bei Euch bedanken. Eure Trainingsplanung hat mir unglaublich weitergeholfen. Ich habe langfristig davon profitiert.

Wir sind sehr dankbar für Saschas positives Feedback! Am kommenden Sonntag wird Sascha beim Budapest Marathon die 3:30 Stunden angreifen. Wir drücken ihm dafür ganz doll die Daumen!

Wenn Du noch mehr über Sascha erfahren willst, dann folge ihm doch auf Twitter: @blockN5


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Von 15 Zigaretten am Tag zum ambitionierten Marathonläufer – Teil 1

Sascha war einer unserer ersten Schützlinge. Wir haben ihn vor 3 Jahren auf dem Weg zum Berlin Marathon betreut. Vor einiger Zeit hat uns Sascha in Berlin besucht und hat uns ein Interview gegeben. Im ersten Teil sprechen wir über seine Laufanfänge und wie er den Sport mit Job und Familie in Einklang bringt.

Coaches: Lieber Sascha, erzähl doch einfach mal ein bisschen, seit wann Du schon läufst und was Du schon alles über Dich hast ergehen lassen oder besser gesagt über Deine Beine!

Sascha: Wo fängt man da an? Vom Laufen komme ich grundsätzlich nicht. Ich habe als Kind Fußball gespielt. Irgendwann habe ich aber den Kontakt zum eigenen Sport verloren.

Aber ich hatte immer die fixe Idee, einmal Marathon zu laufen. Was mit 15 Zigaretten am Tag eher schwierig war. Um meinen 30.Geburtstag herum habe ich dann entschieden, dass ich etwas ändern möchte. Also bin ich losgezogen und habe mich einfach mal aufs Laufband gestellt. Ich war doch recht erschrocken zu sehen, wie krumm und schief ich lief. Ich habe mir dann Laufschuhe gekauft und bin einfach losgelaufen. Das endete damit, dass ich nach etwas mehr als einem Kilometer 20 Minuten nach Luft ringen musste. Das war im Sommer 2014.

Dann habe ich einfach ganz blauäugig meine Runden gedreht und kam schnell auf 3-5 Kilometer. Mein Ehrgeiz war geweckt und ich meldete mich für meinen ersten 10 Kilometer-Lauf im September an. Als ich dort unter einer Stunde blieb, war ich stolz wie Bolle. Leider habe ich gemerkt, dass man auf dem Niveau noch weiter rauchen kann. Das hat mich geärgert, vor allem weil meine Frau es geschafft hatte aufzuhören. Also habe ich mich für den Halbmarathon im April 2015 in Hannover angemeldet.

Mehr als 2 Stunden habe ich für meinen ersten Halbmarathon gebraucht. Ich war wahnsinnig glücklich und wusste: Das will ich weitermachen. Blöderweise schafft man auch den Halbmarathon mit Kippe. Da war die logische Konsequenz: Ein Marathon muss her. Ich meldete mich für den Köln Marathon im Oktober 2015 an.

Im Zuge der Marathon-Vorbereitung habe ich tatsächlich mit dem Rauchen aufgehört und nur 15 Monate, nachdem ich mir überhaupt das erste Mal Laufschuhe gekauft habe, bin ich meinen ersten Marathon gelaufen.

Interview mit Marathonläufer Sascha
Wer viel läuft, kann viel essen. Also was lag näher als das Interview im Restaurant zu starten.

Coaches: Hast Du Dich für Deinen ersten Marathon nach einem Plan vorbereitet?

Sascha: Das war sehr chaotisch. Ich habe im Internet ein bisschen recherchiert. Ich kannte niemanden, der läuft, schon gar nicht solche Distanzen. Ich habe versucht mich vorzubereiten. Aber wenn man niemanden hat, den man fragen kann, ist das schwierig. Wenn man “Marathon-Trainingsplan” googelt, bekommt man zig verschiedene Trainingspläne, die teilweise sehr unterschiedlich aussehen. Ich habe nach einem programmierten Trainingsplan, der mir Zeiten ausgegeben hat, trainiert. Aber ich habe schnell gemerkt, dass das überhaupt nicht passt. Im Rückblick kann ich sagen: Da haben weder die Distanzen, noch die verschiedenen Tempovorgaben gepasst.

Coaches: Waren die Distanzen zu lang oder zu kurz?

Sascha: Für einen Anfänger wie mich viel zu lang. Natürlich muss ich aus heutiger Sicht sagen, dass es nicht die beste Idee war, 15 Monate nachdem ich angefangen habe zu laufen, einen Marathon zu absolvieren.

Coaches: Weißt Du noch, was damals die längste Distanz war, die Du in Vorbereitung auf Deinen ersten Marathon gelaufen bist?

Sascha: 30 Kilometer bin ich vor meinem ersten Marathon nie gelaufen. Ich habe es einfach nicht gepackt. Es hätte zwar auf dem Plan gestanden, aber ich war körperlich dazu nicht bereit. Ich bin die langen Läufe immer zwischen 20 und 30 Kilometern gelaufen. Nichtsdestotrotz war es für mich keine Option den Marathon nochmal aufzuschieben, denn ich wollte das Projekt Marathon unbedingt durchziehen.

LULTRAS - Der Ausdauer-Podcast mit Hannah und Carsten von den Ausdauer-Coaches

Coaches: Wie war dann Dein erster Marathon? Wie hast Du Dich gefühlt und wie hast Du den Lauf erlebt?

Sascha: Ich war furchtbar aufgeregt. Am Freitagabend vor dem Marathon hatte ich das Gefühl ich bekomme eine Erkältung und am Samstag fühlte ich mich einfach nur furchtbar matt und müde. Ich dachte, ich kann am Sonntag nicht starten. Sonntagmorgen bin ich in aller Herrgottsfrühe aufgewacht mit dem Gefühl: Mensch, so fit hast Du Dich noch nie gefühlt.

Natürlich bin ich zu schnell angegangen. Glücklicherweise konnte ich aber relativ schnell einen vernünftigen Rhythmus finden, bei dem ich mich gut gefühlt habe. Leider meldete sich bei Kilometer 12, 13 mein rechtes Knie (da laufe ich ohne vorderes Kreuzband). So entwickelte sich zunehmend ein ziemlich fieser Schmerz, so dass ich nach der Hälfte der Distanz bei jedem Schritt das Gefühl hatte, ein Messer ins Knie gestochen zu bekommen. Ich bin dann die zweite Hälfte hauptsächlich gegangen. Ich habe zwar immer wieder versucht anzulaufen, aber das hat überhaupt nicht geklappt. Es war eine Quälerei und eigentlich hätte ich aussteigen müssen, aber das war für den ersten Marathon für mich keine Option. Am Ende kam ich knapp unter 5 Stunden ins Ziel.

Coaches: Wie war das Erlebnis für Dich einen Marathon zu finishen? Was waren Deine ersten Gedanken danach? War es das klassische “Nie wieder!” direkt nach der Ziellinie? Oder war bei Dir gleich der Gedanke, dass Du das auf jeden Fall wieder machen möchtest?

Sascha: Ich schäme mich nicht zu sagen, dass ich im Ziel Tränen in den Augen hatte. Dass ich das durchgezogen habe, hat mir viel gebracht. Ich war völlig kaputt, habe aber auch gemerkt, dass das Gefühl im Ziel einfach der Wahnsinn ist. Und mir war sofort klar: Ich will das nochmal erleben.

Coaches: Hast Du Dir nach der Entscheidung, wieder Marathon zu laufen, Gedanken darüber gemacht, dass Du ambitionierter trainieren willst? Oder hast Du erstmal so weitergemacht wie vorher?

Sascha: Eine Mischung aus beidem. Ich habe immer noch keine Konsequenz gezogen mir einen Coach zu suchen. Ich wusste, dass die Umfänge nicht gepasst haben und habe versucht mich in die Literatur einzulesen. Ich war ja ein völliger Anfänger, was das Laufen angeht. So habe ich einen groben Fehler gemacht: Ich habe nicht konsequent trainiert, sondern eine zu lange Pause im Winter gemacht. Dadurch haben mir die Grundlagen gefehlt.

Ich habe mich dazu entschlossen mich für den Marathon im Frühjahr 2016 in Hannover anzumelden. Mein Ziel war es, den Marathon durchzulaufen und schneller zu sein, als in Köln. Ich habe 4:15 Stunden als Zielzeit anvisiert. Das hat nicht geklappt, weil Grundlagenausdauer und Stabitraining fehlten. Daher habe ich muskuläre Probleme bekommen. Trotzdem war ich am Ende eine gute halbe Stunde schneller als in Köln.

Berlin Marathon 2016 Marathonvorbereitung
Sascha und Coach Carsten vor dem Berlin Marathon 2016

Coaches: Du hast drei Kinder. Wie schaffst Du es Job, Familie und Marathon laufen zu vereinbaren?

Sascha: Das musste sich erstmal finden, weil es für die Familie ungewohnt war, dass Papa auf einmal die Sportklamotten anzieht. Das kannten die Kids gar nicht. Ich hatte zwar zwischenzeitlich nochmal versucht Fußball zu spielen, aber wurde von zwei Kreuzbandrissen endgültig zum Karriereende gezwungen.

In der Woche ist es in der Regel so, dass ich abends laufen gehe. D.h. ich komme von der Arbeit, sehe meine Familie, die zu Abend isst und danach gehe ich laufen. Am Wochenende bin ich Zuhause mit Langschläfern gesegnet, d.h. da kann ich auch mal einen Kilometer mehr laufen, ohne dass ich den Tagesablauf durcheinander bringe.

Ich muss natürlich sagen, dass zu Beginn die Umfänge, die ich in der Woche gelaufen bin, noch nicht so groß waren, dass ich lange weg war. Die Läufe in der Woche betrugen 5-7 Kilometer. Das kostet natürlich nicht so viel Zeit, als wenn man jetzt mit einem ambitionierten Trainingsplan unterwegs ist und auch durch die Woche Läufe jenseits der 10 Kilometer auf dem Plan stehen hat. Also damals ging das noch sehr gut.

Coaches: Und wie siehts heute aus?

Sascha: Mittlerweile ist es so, dass ich mir eine Wochen- und Tagesplanung mache. So ist es auch schon mal vorgekommen, dass ich Montag Morgens um halb 5 aufgestanden bin, um laufen zu gehen, anschließend zur Arbeit zu fahren und Nachmittags Zeit für die Familie zu haben. Generell laufe ich in der Woche jetzt Morgens. Und wenn die Familie sich auf den Weg ins Büro und in die Schule macht, gehe ich duschen und freue mich auf die Gleitzeit im Büro.

Im zweiten Teil berichtet Sascha über seine sportliche Entwicklung, wie er sein Training heute gestaltet und wie seine sportlichen Ziele für die Zukunft aussehen.

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5 Tipps für Marathon-Rookies

Der letzte lange Lauf in der Marathonvorbereitung ist erledigt, jetzt steht im Trainingsplan für den Marathon nur noch Tapern und am Ende die Früchte der Arbeit ernten. Vielleicht bist du einer von über 40.000, die beim BMW Berlin Marathon dabei sein werden und vielleicht ist es für dich der erste Marathon überhaupt. Ich möchte dir heute 5 Tipps basierend auf unseren 8 Starts beim Berlin Marathon geben, wie dein erster Marathon der schönste überhaupt wird. Egal ob in Berlin oder bei einem anderen großen Herbstmarathon.

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U.TLW – Eine trainingskritische Analyse

Heute möchte ich mit einem unangenehmen Thema um die Ecke biegen. Wer unsere Social Media Berichterstattung zu Hannahs Finish beim Ultra-Trail Lamer Winkel verfolgt hat, hat sicher gemerkt, dass wir nur so semi zufrieden waren.

Besonders ich als Hannahs Trainer habe mir nach dem Rennen so meine Gedanken gemacht.

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Buchrezension “Der Triathlon Einstiegs-Guide”

Heute gibt es in unserem Blog mal etwas ganz neues. Eine Buchrezension. Ich habe das Erstlingswerk von Lotta und Schorsch “Der Triathlon Einstiegs-Guide” für dich gelesen und möchte dir heute erzählen, ob du es auch lesen solltest.

Disclaimer: Das E-Book wurde uns als kostenlose Leseprobe zur Verfügung gestellt.

Die beiden Autoren, die gleichzeitig den deutsprachigen Fitnessblog Tri-it-Fit betreiben, fliegen in ihrem Buch durch die Begriffswelt der Triathloncommunity, dass einem beim Lesen fast ein wenig schwindelig wird. Von der Historie des Triathlons bis hin zur Wassertemperatur beim Neo-Verbot wird alles abgearbeitet.

Im ersten Teil des Buches geht es um die Geschichte des Dreikampfes, außerdem werden die wichtigsten Equipmentbegriffe erläutert. Egal ob Schwimmbrille, Rennrad, Laufschuhe, Schnorchel oder Klickpedale. Alle wichtigen Begriffe werden benannt und erläutert. Nachdem klar ist, was du alles brauchst, um einen Triathlon zu starten, geht es weiter mit dem “Wie”. Der eigentliche Wettkampf, das Regelwerk und die einzelnen Distanzbesonderheiten finden hier ihren Platz.

Danach geht es quasi wieder zurück auf Los. Training und Ernährung sind Schwerpunkt der nächsten beiden Kapitel. Hier muss ich gestehen, hatte ich so meine Schwierigkeiten. Auf 70 Seiten versuchen Lotta und Schorsch hier all das unterzubringen, zu dem andere Autoren ganze Sammelwerke geschrieben haben. Logisch, dass hier einige Zusammenhänge auf der Strecke bleiben. Da bleibt dann eben nur Platz für die Basics.

Im Anhang gib es noch eine Menge Hilfen, Checklisten, Übungen und Trainingspläne für Einsteiger.

Für Menschen, die erste Berührungspunkte mit dem Triathlon haben und mehr wissen wollen als nur, dass Triathlon Schwimmen, Radfahren und Laufen ist, hat dieses Buch einen gewissen Reiz. Es versucht die Lücke zwischen 1000-seitigen Standardwerken und wilden Triathlon-Mythen zu schließen. Dies gelingt an vielen Stellen mit einfachen, knappen und zielführenden Erläuterungen zu den einzelnen Elementen und dem dazugehörigen Equipment. Ohne dabei die Zielgruppe, Einsteiger*in, aus den Augen zu verlieren und hier und da darauf hinzuweisen, dass es auch noch Spass machen soll.

Wer Triathlon schon ein paar Jahr mit Leidenschaft betreibt, weiß, dass dieser Sport schnell zu einer epischen Schlacht der Zahlen und Fakten, aber auch des Materials und der dafür aufzuwendenden Geldbeträge werden kann. Dem versuchen Lotta und Schorsch durch gezielte Hinweise entgegenzuwirken.

Würde ich das Buch Triathloneinsteiger*innen empfehlen? Das kommt ganz auf die Zielgruppe an. Für jemanden, der sportlich fit ist und einfach mal einen Jedermensch-Triathlon absolvieren will ohne sich großartig Gedanken über die Details des Sports zu machen, ist das Buch vielleicht nicht das richtige. Denn in diesem Fall könnte die Themenvielfalt des Buchs ein wenig abschreckend wirken. Triathlon-Einsteiger*innen, die einen schnellen und unkomplizierten theoretischen Einstieg in unseren wunderschönen Sport suchen, kann ich das Buch jedoch durchaus empfehlen.

Mehr Infos zum Buch und über die Autoren erfährst du auf ihrer Webseite https://www.tri-it-fit.de

Saisonplanung 2018! – Wenn der Coach seine eigene Saison plant!

Heute will ich mich unserer eigenen Saisonplanung widmen. Die unserer Athleten*innen steht schon seit einigen Wochen, wenn nicht sogar seit Monaten. Wie aber machen das Trainer und Trainerin? Ich gebe dir heute mal einen Einblick in unsere Planungslogik. Was hast du davon? Du kannst für deinen eigenen Saisonplan ein paar Tipps mitnehmen.

Saisonplanung – Die unsortierte Wettkampfwunschliste

Hast du dir schon Gedanken gemacht, bei welchen Wettkämpfen du 2018 starten möchtest? Wenn nicht, dann solltest du dir schnell noch einen Zettel und einen Stift holen.

Saisonplanung im Triathlon und einer Ultraläuferin

Jetzt geht es aber los. Wo wollen die Ausdauer-Coaches dieses Jahr selbst am Start stehen? Diese Liste ist bei uns immer relativ schnell erstellt. Meist ist sie am Anfang immer etwas zu lang. Aber nachdem wir die anderen Schritte ausgeführt haben, bleibt eine wohl durchdachte Liste an Highlights übrig. Bei uns sieht das Ergebnis für 2018 folgendermaßen aus:

Hauptwettkämpfe CarstenHauptwettkämpfe Hannah
  • Marathon Tel Aviv
  • Triathlon MD in Moritzburg
  • Triathlon LD in Roth
  • 24h Rad am Ring
  • Staffel 100Meilen Berlin
  • Tour de Tirol
  • Marathon Tel Aviv
  • Mt. Everst Treppenmarathon
  • U.Trail Lamer Winkel
  • Staffel 100Meilen Berlin
  • Tour de Tirol

Saisonplanung – Die Wettkampfliste nach Saison-Höhepunkten sortieren

Die Saison-Höhepunkte können nach ganz unterschiedlichen Kriterien definiert werden. Nicht immer ist das Ziel eine neue Bestzeit, welches den Saison-Höhepunkt definiert. Es kann auch ein besonderer Lauf sein. So wie für uns im letzten Jahr der New York City Marathon. Der Marathon ist aufgrund der Streckenführung und der langen Zeiten im Startbereich nicht wirklich bestzeitentauglich. Wir haben den Lauf gleich mit unserem Jahresurlaub verbunden. Das war definitiv ein Highlight.

Dieses Jahr machen wir das nicht anders. Unser erstes Highlight wird der Tel Aviv Marathon sein. Für uns ein Highlight, bei dem wir allerdings ohne Ambitionen laufen werden. Den Marathon habe ich für uns in die Kategorie C-Wettkampf einsortiert. Heißt, wir werden diesen Wettkampf ohne besondere Vorbereitung und ohne Zeitziel angehen. Er wird direkt aus dem Training heraus absolviert.

So ähnlich bewerte ich all unsere Wettkämpfe. Daraus ergibt sich dann folgende Einordnung:

Hauptwettkämpfe CarstenHauptwettkämpfe Hannah
Kategorie A
  • Triathlon LD in Roth
  • Tour de Tirol
Kategorie B
  • Triathlon MD in Moritzburg
  • 24h Rad am Ring
Kategorie C
  • Marathon Tel Aviv
  • Staffel 100Meilen Berlin
Kategorie A
  • Mt. Everst Treppenmarathon
  • U.Trail Lamer Winkel
  • Tour de Tirol
Kategorie B
Kategorie C
  • Marathon Tel Aviv
  • Staffel 100Meilen Berlin

Stelle dir also zunächst die Frage, was ist dein Ziel bei den einzelnen Wettkämpfen.

Saisonplanung – Periodisiere dein Training

Das Thema Periodisierung war hier im Blog schon häufiger ein Thema. Wenn du mehr zum Thema Periodisierung erfahren möchtest, kannst du das in meiner Jahresplanung für 2016 oder in im dritten Teil meiner DIY – Anleitung für einen Marathontrainingsplan tun.

Meist ist es nicht möglich alle geplanten Highlights vernünftig in einen Plan einzubauen. Der häufigste Grund ist: Als A-Wettkämpfe vorgesehene Highlights liegen zu dicht beieinander. Eine typische Wettkampfphase kann ca. 3-4 Wochen umfassen. Im Rahmen dieser Phase kannst Du mehrere Saison-Höhepunkte planen. Bei Profisportler*innen erlebst du dies hin und wieder. Wenn sie einen Wettkampf verhauen, der als Highlight geplant war, dann starten sie 2 bis maximal 3 Wochen später noch bei einem weiteren Wettkampf. So lange kannst du deine Form ungefähr konservieren. Danach kommt es unweigerlich zu einem Formabbau, es sei denn, du planst wieder einen entsprechenden Trainingsblock ein.

Startschuss zur Saisonplanung und zum Triathlon

Für einen erneuten Formaufbau solltest du mindesten 8 – 10 Wochen einplanen. Darum teilt sich das Läufer- aber auch das Triathlonjahr häufig in zwei Hälften. So ist es auch bei uns in diesem Jahr. In der ersten Jahreshälfte stehen für Hannah mit dem Ulta Trail Lamer Winkel und dem Mt. Everest Treppenmarathon gleich zwei A-Wettkämpfe fest, die eigentlich zu dicht beieinander liegen. Da sie aber doch wieder aufeinander aufbauen können, kann ich dies als Trainer passend gestalten. Mein A-Wettkampf ist der Start bei der Challenge Roth, meinem ersten Triathlon-Langdistanz-Rennen.

Für die zweite Jahreshälfte haben wir uns gemeinsam für die Tour de Tirol entschieden. Ein 3-Tages-Rennen. Da wir bereits bei der ersten Planung unsere Vorgehensweise berücksichtigen, ergibt sich für uns keine neue Prio-Liste der Wettkämpfe.

Saisonplanung – Lass dir Raum für Überraschungen und Spontane Ideen

Bist du eher ein spontaner Typ? Machst du gerne Wettkämpfe, statt zu trainieren? Dann lass dir Raum für spontane Einfälle. Bei uns hat sich herausgestellt, dass wir da sehr unterschiedlich sind. Während ich nur sehr wenige Wettkämpfe machen möchte, da mich Wettkämpfe mental sehr stark belasten, ist Hannah das genaue Gegenteil. Sie zieht unglaublich viel mentale Energie aus Wettkämpfen. Wie du das am besten nutzen kannst, habe ich letztes Jahr bereits einmal für dich aufgeschrieben.

In diesem Fall erklärt das, warum auf Hannahs Seite momentan keine B-Wettkämpfe verfügbar sind und sie im Moment sogar weniger Wettkämpfe als ich im Plan stehen hat. Mein Wettkampfbuch wird sich nicht großartig weiter füllen. Ihres dagegen schon. Hier werden sicher noch der ein oder andere Lauf ihren Platz finden.

Beispiel Trailrunning. Alternativen sind Marathon, Trail, Ultra laufen oder Triathlon.

Du musst für dich entscheiden, ob du mehr oder weniger Struktur brauchst. Bei mehr Struktur empfehle ich dir, deinen Wettkampfplan über das Jahr nicht zu stark anzupassen bzw. zu verändern.

Falls du noch Fragen zu den Wettkampfhöhepunkten hast, schreibe mir gerne einen Kommentar. Falls du uns mal treffen möchtest, komm doch einfach zu unseren Wettkämpfen oder schau auf unseren Social-Media-Kanälen wo wir uns als Zuschauer so rumtreiben.