Die LULTRAS-Community und ihre Erlebnisse an den Startlinien dieser Welt.

Steckbrief Elvira Ernst – #frauenimsport

Name: Elvira Ernst

Alter: 33

Beruf: Wirtschaftsjuristin

Frauen, die mich inspirieren:

Bryony Gordon, Kathrine Switzer, Kristina Vogel

Lieblingssportteams/Frauen:

Der deutsche Damen A-Kader im Skisprung/Skiflug. Allen voran Carina Vogt und Katharina Althaus haben diese Athletinnen Skispringen / Skifliegen auch für Frauen in Deutschland populär gemacht und mit ihren Erfolgen bereits mehrfach Geschichte geschrieben. Ich hoffe, dass sie Athletinnen in anderen Bereichen des Leistungssports motivieren, deren Sportarten in der Öffentlichkeit unterrepräsentiert sind.

Das ist mein Sport

Laufen

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Mein bester Freund (damals noch ein Bekannter, mit dem ich beruflich an einem Projekt arbeitete) sagte vor einigen Jahren nach einem mindestens 6stündigen Sightseeing-Spaziergang (oder vielmehr Sightseeing-Marsch) zu mir: „Sie haben eine gute Ausdauer, fangen Sie doch mal an zu laufen. Ich glaube Sie haben Talent.“

Eine Woche später kaufte ich mir ein paar Laufschuhe in einem Fachgeschäft. Die Verkäuferin, vor der ich auf dem Laufband ein paar Schritte lief, fragte etwas skeptisch, ob ich sicher sei, dass mir das Laufen Spaß machen würde… das tut es immer noch!

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Ein paar Wochen nach meinen Laufanfängen meldete ich mich kurzentschlossen zum Berliner Halbmarathon an. Zur Vorbereitung nahm ich an meinem allerersten Wettkampf, einem 10km Lauf teil. Im Ziel war ich so stolz und freute mich unglaublich, so dass ich mich zu einem Marathon anmeldete. Sowohl den Halbmarathon als auch den Marathon habe ich zufrieden beendet. Mein Ziel war nie eine besondere Zeit o.ä., ich wollte einfach nur ankommen. Der Marathon ist bis heute mein größter sportlicher Erfolg. Die Medaille habe ich wochen- und monatelang in meiner Handtasche mit mir herumgetragen, um sie immer und überall anschauen zu können. Mit Medaillen, die ich besonders hart erkämpft habe, mache ich das heute noch.

Danach folgten einige Jahre, in denen ich aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr zu meiner alten Form aus dem Marathon-Jahr zurück fand. Laufen wurde zäh, in der ganzen Zeit bin ich wahrscheinlich auch mehr gewalkt als gelaufen.Seit Mitte 2018 läuft es wieder erstaunlich gut und ich hoffe sehr, dass sich 2019 nach einigen Höhen und Tiefen wieder zu einem erfolgreicheren Laufjahr für mich entwickelt. Am 13.10.2019 will ich in Chicago am Start stehen und (so Gott will) gesund ins Ziel laufen.

Das besondere an meinem Sport ist…

… Laufen kann man überall, zu jeder Zeit. Man braucht (mit Ausnahme guter Laufschuhe) kein besonderes Equipment. Viel mehr gefällt mir jedoch, dass Laufen verbindet. Viele meiner Freunde und Bekannte habe ich über Lauftreffs, Laufcommunities via Social Media oder Laufveranstaltungen kennengelernt.

Mein größter sportlicher Traum:

Es gibt so viele Läufe oder sportliche Herausforderungen, die ich gerne einmal schaffen würde bzw. die mich faszinieren, welcher mein größter Traum ist, kann ich unmöglich sagen. Deshalb hier eine kleine Auswahl:

  • Polar Circle (Halb)Marathon
  • Everest Basecamp Trekking Tour
  • Halfmarathon des Sables auf Fuerteventura (hier gibt es seit 2019 eine Walking-Edition, die ich mir grundsätzlich zutrauen würde)
  • Fernwanderung auf dem Jakobsweg von Genf nach Santiago de Compostela (ca. 2.000km)

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

… Frauen in vielen Bereichen des Lebens – Beruf, Kinder, Haushalt – echte Multitalente sind und deshalb auch bei Laufveranstaltungen zeigen können was in ihnen steckt. 

Themen im Projekt #frauenimsport:

Körperliche Ideale im Sport

Du findest mich online hier:

Instagram: @elligazelli

If you have a body, you are an athlete” (Bill Bowerman) – Von der Mär körperlicher Ideale im Sport

Elvira Ernst ist Läuferin. Marathonläuferin. Doch als solche wird sie von vielen nicht wahrgenommen. Im folgenden berichtet Elvira von ihren täglichen Hürden als Läuferin. Keine Hürden, wie sie die Durchschnittsläuferin kennt. Wir sind beide sehr ergriffen von Elviras Bericht. Bitte lest alle diesen Blogpost. Er wird Eure Sicht auf das Laufen nachhaltig beeinflussen.

Als Gastautorin auf diesem Blog möchte ich mich erst einmal kurz vorstellen: Ich heiße Elvira (alias @elligazelli), ich wiege zu viel und ich bin Läuferin. Ich laufe seit einigen Jahren, der größte Erfolg meiner läuferischen Karriere war bisher ein Marathon. Daneben wandere ich sehr gerne und mache Aquafitness.

Gastbeitrag - Elvira Ernst - Läuferin beim Berlin Half
(c) Steffan Dettmann
Gastbeitrag - Elvira Ernst - Läuferin beim Berlin Half
(c) Steffan Dettmann

Meine Laufkarriere begann auf einem Laufband; ich habe dort ein paar Wochen lang Intervalle, also abwechselnd gehen und laufen, trainiert und mich dann schließlich in den Park bei mir um die Ecke getraut. Ich bin dort extra mit dem Fahrrad hingefahren (nur 800m entfernt) und dann 15min in die eine Richtung und 15min in die andere Richtung gelaufen. Wie weit es war wusste ich nicht; mit Ausnahme der Laufschuhe hatte ich noch keine anderen Laufsachen oder Equipment. Mit den Laufsachen war das ohnehin so eine Sache: Mir passten selten Funktionsshirts und ich traute mich aufgrund meiner Figur nicht wirklich in Sportgeschäfte. Der Kauf meiner Laufschuhe in einem Fachgeschäft kostete mich sehr viel Mut und Überwindung. Meiner Ansicht nach waren Sportgeschäfte etwas für sportliche Menschen mit einer entsprechend schlanken Silhouette. Vor drei-vier Jahren gab es auch noch keine „Curvy Fit“-Lines, wie ich sie neulich einmal gesehen habe. Selbst beim Avon Frauenlauf in Berlin, bei dem auch „fülligere“ Walkerinnen teilnehmen, waren die Shirts eher knapp geschnitten. Laufen bzw. Sport allgemein war offenbar auch in den Augen der Sportbekleidungshersteller eher etwas für normalgewichtige Menschen. Also musste ich beim Laufen oder im Fitnessstudio meine Freizeitshirts aus Baumwolle tragen.
Normalgewichtige Sportler bzw. Läufer kennen solche Probleme vermutlich nicht. Aber in meinem Kopf suggerierte mir selbst die Sportartikelindustrie, dass ich dort nicht hingehöre.

Gastbeitrag - Elvira Ernst - Läuferin beim Parkrun
Gastbeitrag - Elvira Ernst - Läuferin beim 261 Lauftraining mit Hannah

Die fehlende Sportkleidung bzw. der Umstand, dass mir solche Sachen einfach nicht passten, führte dazu, dass bei meinem Training auch oft die Scham mitlief. Ich lief oft mit Sonnenaufgang los und hoffte, unterwegs nicht zu vielen Läufern zu begegnen. Zwar nahm ich durch das Laufen zu Beginn auch ab, aber – wie wahrscheinlich bei jedem – gab es Höhen und Tiefen. Unfall- und Krankheitsbedingte Laufpausen gehören seit meinen Anfängen dazu. Die Zwangspausen frustrierten mich und in diesen Zeiten nahm ich meist das Gewicht, das ich zuvor durch mein Training verloren hatte, wieder zu. Ein ständiges Auf und Ab.

Wer definiert eigentlich was eine gute Leistung ist?

Für mich persönlich noch schlimmer als das Kleiderproblem gestaltete sich der Aufenthalt in Startgebieten. Es gab Momente, in denen andere Läufer unschöne Dinge zu mir sagten oder ich einfach nur angestarrt und von oben bis unten gemustert wurde. Manchmal flüsterten sich andere Läufer etwas zu und plötzlich drehten sich ganze Laufgruppen nach mir um. Als schüchterner und introvertierter Mensch wäre ich in diesen Momenten am liebsten voller Selbstzweifel im Boden versunken.
Obwohl mich meine Medaillen zu Hause stolz machten und ich manche wochenlang in meiner Handtasche mit mir herumgetragen habe, fühlte ich mich der Laufgemeinschaft nicht wirklich zugehörig. Ich kam mir eher wie ein Sonderling vor, der geduldet wurde, aber eigentlich nicht wirklich dazu gehörte. Wie das hässliche Entlein unter den weißen Schwänen. Mit brillanten Zeiten konnte ich jedenfalls nicht trumpfen. Doch genau darum ging es vielen Läufern oftmals hauptsächlich.
In unserer leistungsorientierten Gesellschaft streben wir nach Erfolg, Glück und sozialer Anerkennung. Es geht häufig nur noch darum „schneller, höher und weiter“ voranzukommen. Durch Social Media können wir uns mit Millionen Menschen auf der ganzen Welt vergleichen und bekommen täglich vor Augen geführt, wie andere ein vermeintlich perfektes Leben führen. Was hinter der Fassade steckt, interessiert niemanden mehr. Nur keine Schwäche zeigen. Vor kurzem las ich den Post einer Läuferin, die sich vorsichtshalber schon einmal vorab für ihre „schlechte“ Pace rechtfertigte und sich in den folgenden Posts immer wieder für alle möglichen Dinge zu rechtfertigen versuchte, obwohl kein einziger Kommentar dort auftauchte. Als ob die Leser – neudeutsch: Follower – gewisse Erwartungen hätten, die erfüllt werden müssen. Menschen, die man oftmals in der realen Welt nicht einmal kennt.

Es geht auch anders! – Medal Monday beim New York Marathon

Eine ganz andere Erfahrung machte ich wiederum nach meinem ersten (und bisher einzigen) Marathon. Am „Medal Monday“ ging ich durch die Straßen von New York City und sah überall Läufer mit ihrer Medaille um den Hals. Für diesen Tag hatte ich eine Bustour gebucht und Lindsay, unser Tour-Guide, fragte zuerst wer am Vortag mitgelaufen sei. Zögerlich meldete ich mich und war die einzige im Bus. Ich dachte, dass meine Leistung, weil ich ziemlich weit abgeschlagen ins Ziel gekommen war, sogar nach Sonnenuntergang, nicht wirklich erwähnenswert sei. Lindsay jedoch stimmte einen Applaus für mich an. Sie fragte weder nach meiner Zeit noch sonst etwas, sie gratulierte mir einfach und strahlte mich an. So wie später an diesem Tag noch viele weitere Leute, denen ich über den Weg lief. Das war für mich ein vollkommen neues und anderes Gefühl.

Gastbeitrag - Elvira Ernst - #frauenimsport #261fearless
Gastbeitrag - Elvira Ernst - Läuferin auf bei einer ihrer Laufrunden

Mittlerweile vollzieht sich meinem Empfinden nach ein schleichender gesellschaftlicher Wandel. Alleine in Punkto Sportbekleidung begreifen die Hersteller allmählich, dass Sport nicht mehr länger nur für schlanke Menschen ist. Auch die jubelnden Empfänge der letzten Hobbyathleten im Ziel von Sportveranstaltungen zeigen, dass der olympische Gedanke mehr und mehr in unsere Köpfe einzieht: Dabei sein ist alles! Ebenso sehe ich in Social Media Kanälen immer häufiger Bilder von Sportlern, die vermeintliche körperliche Ideale nicht erfüllen. Beispielsweise die britische Journalistin Bryony Gordon, die gemeinsam mit Plus-Size Model Jada Sezer den London Marathon 2018 in Unterwäsche lief, um vor allem kurvige Frauen zu ermutigen Sport zu treiben und um zu beweisen, dass Sport keine Kleidergröße kennt.

Gastbeitrag - Elvira Ernst - Läuferinnen im Ziel beim London Marathon
(Bryony Gordon & Jada Sezer, Quelle: Instagram-Account Brynoy Gordon @bryonygordon)

Mein nächstes großes Laufziel – Der Chicago Marathon!

Diese vermeintlichen Kleinigkeiten sind wichtige Signale an alle, denen vielleicht der Mut für den ersten Schritt fehlt, die voller Selbstzweifel sind und mit sich selbst hadern. Zu sich selbst zu stehen erfordert oftmals viel mehr Anstrengung als einen Marathon zu laufen. Wer sich in Startgebieten einmal umsieht, sieht Läufer in allen Größen und Formen. Und ja, sie alle sind Läufer, auch wenn sie zwischendurch walken und auch wenn sie Marathons nicht unter 4h finishen. Um es mit den Worten einer wahren Lauflegende zu sagen: I often hear someone say, „I’m not a real runner.“ We are all runners. Some just run faster than others. I never met a fake runner. (Bart Yasso)
Mit der Zeit ist mein Selbstbewusstsein gewachsen. Doch selbst heute erlebe ich diese Momente, in denen ich vor lauter Unsicherheit am liebsten umdrehen und mich zu Hause verkriechen würde. Mein wöchentlicher Lauftreff trifft sich beispielsweise in einem Laufladen. Obwohl ich eigentlich darüber hinweg sein müsste, ist das in meinem Kopf immer noch ein Ort für sportlich aussehende und schlanke Menschen. So wie Startgebiete immer noch Orte sind, an denen ich mich oft wie eine Fremde fühle. Diese Gefühle und Gedanken kommen und ich versuche sie anzunehmen, mich aber nicht zu sehr davon beeinflussen zu lassen.
Eine innere Schranke zu überwinden kostet manchmal sehr viel Mut, aber oftmals lohnt es sich, dafür über sich selbst hinaus zu wachsen. Mit jedem Schritt und jedem Lauf wird es leichter. Trotz meiner inneren Hürden werde ich mein großes Ziel in diesem Jahr weiter verfolgen: Der Chicago Marathon. In Momenten des Zweifelns versuche ich mir vorzustellen, wie ich am 13.10.2019 das Ziel erreiche und die Medaille bekomme. Eine schöne Vorstellung, die für einen Moment alle negativen Gedanken vergessen lässt und mich motiviert.

Steckbrief Astrid Siebert – #frauenimsport

Name: Astrid Siebert

Alter: 40

Beruf: Angestellte bei SPORTUNION (Sport-Dachverband in Österreich), nebenberuflich selbständig als Fitness- und Gesundheitstrainerin

Frauen, die mich inspirieren:

Persönlich meine Mutter, weil sie in ihrer Jugend viele Möglichkeiten nicht hatte, aber uns Kindern alles versuchte zu ermöglichen. Sportlich Kathrine Switzer, die als erste Frau 1967 offiziell einen Marathon gefinisht hat, obwohl es Frauen nicht erlaubt war an Langstrecken-Wettkämpfen teilzunehmen und so den Weg für uns Läuferinnen in der Gegenwart geebnet hat.

Lieblingssportteams/Frauen:

Auf Instagram verfolge ich gerne die Aktivitäten von TrailläuferInnen wie Lucy Bartholomew, Emelie Forsberg oder Kathi Schichtl und natürlich Kilian Jornet. Als Golferin bin ich natürlich auch immer gerne informiert was sich auf der European oder PGA Tour so tut und finde es großartig, dass immer mehr junge Sportler in die Elite einsteigen und so diesem Sport auch ein modernes Image geben, egal ob Frauen oder Männer.

Bei den Sportteams bin ich regional geprägt und mittlerweile ein riesengroßer Fan der Klagenfurter Eishockey-Mannschaft KAC, sowie des Frauenfußball Nationalteams von Österreich.

Das ist mein Sport

Trailrunning! Als Jugendliche war ich sehr sportlich, war im Turnverein, in einer Volleyballmannschaft und im Leichtathletikteam meiner Schule. Allerdings, Laufen habe ich gehasst. Kaum zu glauben, wenn ich darüber nachdenke. Aber erst als Erwachsene habe ich die Liebe zum Laufen entdeckt. Am liebsten laufe ich im Wald, auf den Bergen, in der freien Natur. Je weiter und länger desto besser. Wenn es die Zeit zulässt bin ich auch gerne am Golfplatz unterwegs, dieses Hobby übe ich gemeinsam mit meinem Mann aus. Laufen mag er leider nicht so gerne.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Ich habe vor ca. 11 Jahren eine Stelle bei einem Reiseveranstalter angenommen und wurde gleich mit einem Sportprojekt betreut. Damals machte ich die Abwicklung der touristischen Buchungen für ein großes Laufevent in Kärnten. Von den Veranstaltern wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte auch an einem der Bewerbe teilzunehmen. Wie schon vorhin geschrieben, stand Laufen aber ganz unten auf meiner Sportliste und nach vielen Jahren in der Gastronomie hatte ich auch überhaupt keine sportliche Form mehr.

Nach einem Jahr konnten sie mich allerdings überreden und ich meldete mich für den Viertelmarathon an, trainierte dafür und bin sogar ins Ziel gekommen. Aber so richtig Spaß hat es mir eigentlich keinen gemacht. Wieder ein Jahr später habe ich dann eine meiner jetzt besten Freundinnen bei einem Lauftreff kennengelernt. Sie hat mir viele Tipps gegeben und da ich mich auch in dieser Community sehr wohl gefühlt habe war auf einmal das Laufen richtig gut. Dann führte eines zum anderen. Ich lernte immer mehr Läufer kennen, machte meine ersten Bewerbe und nach einiger Zeit konnte ich das auch in den Bergen umsetzten.

Jetzt bin ich richtig froh darüber, denn die Liebe zu den Bergen hatte ich schon von Kindesbeinen an. Unsere Eltern sind sehr oft mit uns in den Bergen gewesen und jetzt lerne ich diese Gegenden wieder von Neuem kennen.

Besonders stolz bin ich darauf Gründungsmitglied eines Laufnetzwerkes für Frauen und Mädchen zu sein, den Club261 in Österreich. Dort versuchen wir noch mehr Frauen zu erreichen, um mit dem Laufen zu beginnen und die Vorteile, die der Sport mit sich bringt zu nutzen.

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Step by step. Ein Bewerb nach dem anderen. Vom Viertelmarathon zum Halbmarathon zum Marathon. Vom Berglauf zum 15k Trailrun bis zur Marathondistanz. Das Schöne beim Trailrunning ist, dass es nicht mit 42,2 km aus ist, sondern weitergeht. So habe ich mich bis zu meiner bisher längsten Distanz 72 km entwickelt. Trailrunning und Ultrarunning hat sehr viel mit Erfahrung zu tun. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist von heute auf morgen einen Ultra zu machen. Es ist auch nie ein Rennen gleich wie das andere. Es spielen so viele Faktoren mit (Wetter, Tagesverfassung, Verpflegung, Team, etc.), die jedes Rennen individuell interessant machen.

Neben den Wettkämpfen interessiert es mich mittlerweile allerdings mehr neue Trails und Routen zu entdecken. Am Besten mit Freunden gemeinsam. Das verlangt nicht nur Training, sondern auch Vorbereitung und Erfahrung. Im Winter bin ich gerne mit den Tourenski auf den Bergen unterwegs, immer zusammen mit bergerfahrenen Sportlern, denn man lernt nie aus!

Das besondere an meinem Sport ist…

…die Vielfältigkeit! Und trotzdem die Einfachheit, man braucht nur ein paar gute Laufschuhe, Klamotten und einen Rucksack, los geht’s! Ich habe durch meinen Sport schon viele interessante Menschen und viele neue Länder und Regionen kennengelernt.

Mein größter sportlicher Traum:

Ein Etappentraillauf! Egal ob als Wettkampf oder gemeinsam mit Freunden. Ich könnte mir gut vorstellen mal eine Insel z.B. Madeira abzulaufen oder den Alpe-Adria-Trail.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

…Frauen gute körperliche Voraussetzungen für Ausdauersport haben, es sich nur oft nicht zutrauen. Ich bin sehr gerne mit Trailläufern unterwegs, sind alles durchwegs coole Typen, aber oft bin ich als Frau allein, vor allem wenn längere Strecken gelaufen werden, und das macht mich schon traurig, denn warum sollten Frauen nicht auch die Natur und Landschaft laufend genießen können.

Themen im Projekt #frauenimsport:

Empowerment, Frauen im Sportwesen, Frauen und Ausdauer

Du findest mich online hier:

Homepage: https://trailbirdie.com/

Instagram: Trailbirdie

Facebook: https://www.facebook.com/astridsiebi

Steckbrief Birgit Katharina Kocher – #frauenimsport

Name: Birgit Katharina Kocher

Alter: 30

Beruf: Head of online Communications

Frauen, die mich inspirieren:

Puh, da gibt’s ganz schön viele, aber alle haben eins gemeinsam: Sie haben etwas gemacht, das ihnen niemand zugetraut hätte, das vielleicht für Frauen (alleine) nicht erlaubt/schicklich gewesen wäre und sind damit nicht nur über ihre eigenen Grenzen hinausgewachsen.

Lieblingssportteams/Frauen:

Um ehrlich zu sein, sowas hab ich nicht.

Das ist mein Sport

Also im Großen und Ganzen laufe ich. Gern bergauf. Gern etwas länger. Sehr gern in der Natur. Man wird mich wahrscheinlich nie bei einem Indoormarathon finden oder auf dem Laufband, weil mir das einfach keinen Spaß macht. Wahrscheinlich weil ich über 14 Jahre lang in den Kellern von Sporthallen mein Unwesen getrieben habe. Bevor nämlich das Laufen für mich so lustig wurde, habe ich es gehasst und meine große Liebe galt dem Kampfsport. Hauptsächlich Jiu Jitsu, eine alte japanische Kampfkunst, die ich traditionell, auf Wettkampfbasis und später auch als Trainerin betrieben habe.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Also, wie schon gesagt, Laufen war meine Hass-Disziplin. Mein Trainer hat mir jede Woche 3 Läufe zu je 5km in den Plan geschrieben. Gemacht hab ich sie nie und hab immer geschwindelt. Laufen war furchtbar fad, anstrengend und nach 500 Metern wollte ich einfach nicht mehr.

Aber nach Jahren habe ich freiwillig damit begonnen. Ok, Hauptgrund war die gewünschte Bikinifigur. Und siehe da, es begann Spaß zu machen. (Diese perfekte Figur, wie sie mir in den Magazinen versprochen wurde, habe ich übrigens immer noch nicht.) Ich war sehr langsam und meine Standard-Runde waren 3,4km bei uns „um den Block“. Aber ich lief regelmäßig und schwupps, war’s um mich geschehen. Ein prägender Lauf waren meine ersten 17km. Ich war so unendlich glücklich danach und hätte mir nie träumen lassen, dass ich soo weit laufen kann.

Die Berge waren immer schon ein Teil von mir. Ich war noch kein halbes Jahr alt, da war ich schon mit meinen Eltern am Berg. Meine Mama war früher Hüttenwirtin und ist auf einem Bergbauernhof aufgewachsen. Die Liebe zu den Bergen hab ich also in den Genen.

Und so haben sich dann 2 Dinge verbunden, Laufen und Berge, die ich aus meinem Leben nicht wegdenken kann.

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Die Sache war die: Als ehemalige Leistungssportlerin hat mich natürlich der Wettkampfgedanke schnell eingeholt und ich wollte besser werden. Es gab für mich dann quasi nur 2 Optionen: schneller oder weiter. Schnell habe ich gemerkt, dass das klassische Marathon-Thema für mich total uninteressant ist. Zu viel Geplänkel, zu viel Stress und dann immer die Frage „und? Welche Zeit hattest du?“. Diese 4 Stunden-Marke entscheidet (gefühlt) bei vielen über Sein oder Nichtsein. Läufst du aber 50km über Stock und Stein, dann gibt’s keine xx Stunden-Marke, sondern das Finish zählt. Daher hat es mich dann ziemlich direkt ins Ultra-Laufen buxiert.

Mein erster Ultra war der Mozart100 Scenic über 50km. Es hat wie aus Eimern geschüttet und die Temperaturen sind auf 6 Grad gesunken, obwohl es Mitte Juni war. Ich hab sage und schreibe 9 Stunden dafür gebraucht und wollte bei jedem Kilometer aufgeben. Hab ich aber nicht und darauf bin ich mächtig stolz.

In den letzten Jahren bin ich viele Ultratrails gelaufen. Mein persönliches Highlight ist und bleibt dieser erste 50km Lauf, den ich wohl niemals vergessen werde.

Übrigens: Ich habe bis jetzt noch keinen klassischen Marathon gefinished und habe auch keine Ambitionen an einer Marathonzeit zu arbeiten.

Das besondere an meinem Sport ist…

… die Freiheit.

Mein größter sportlicher Traum:

Bis ins hohe Alter laufen zu können und niemals die Freude am Sport zu verlieren.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

… Laufen so eine schöne Sache ist. Klingt jetzt vielleicht banal, aber immerhin dachten Mediziner vor 50 Jahren noch, dass der weibliche Körper maximal 800m laufen könne, bevor die Gebärmutter „unten rausplumpst“. Falsch gedacht! Und wahrscheinlich gibt’s noch ganz viele solcher Mythen, die wir Frauen entlarven können!

Mein Markenzeichen ist:

Bei Wettkämpfen laufe ich immer mit einem Blumenkranz im Haar. Damit man trotz meiner Kurzhaarfrisur auch sehen kann, dass ich eine Läuferin bin.

Themen im Projekt #frauenimsport:

Frauen im Ultrasport, Empowerment

Du findest mich online hier:

Homepage: www.ultramaedchen.at

Instagram: https://instagram.com/ultramaedchen

Steckbrief Ann-Kathrin Ernst – #frauenimsport

Name: Ann-Kathrin Ernst

Alter: 28

Beruf: Mitarbeiterin Presse-/Öffentlichkeitsarbeit. Ich selbst bezeichne mich manchmal auch als „Online-Maus“ ;-)

Frauen, die mich inspirieren:

Alle Frauen, die nie aufhören, an ihre Träume zu glauben.

Lieblingssportteams/Frauen:

Im Triathlon finde ich viele Profi-Frauen wie Lucy Charles oder Daniela Ryf faszinierend, im Wintersport ist es definitiv Laura Dahlmeier. Aufgrund persönlicher Beziehungen fiebere ich in der Leichtathletik besonders mit Siebenkämpferin Carolin Schäfer und Marathonläuferin Katharina Heinig mit. Mein Lieblingssportteam ist – abseits meines eigenen Sports – auf jeden Fall Eintracht Frankfurt.

Das ist mein Sport

Triathlon. Das mache ich jetzt „richtig“ seit 2012. 2011 habe ich meinen ersten kleineren Triathlon-Versuch gestartet, mehr dazu in der nächsten Frage.  Durch eine Fußverletzung ist der Radpart seit letztem Jahr deutlich höher geworden, da ich von Ende Juni bis September gar nicht laufen konnte und ich dann gezwungenermaßen auch nach Rennen außerhalb des Triathlonsports geschaut habe und dieses Jahr meinen ersten Radmarathon fahren möchte. In meiner Kindheit habe ich schon diverse Sportarten ausprobiert: Anfangs habe ich Leichtathletik gemacht, bis mich eine Freundin zum Voltigieren gebracht hat. Parallel habe ich ab und an in der Freizeit-Volleyball-Mannschaft meines Vaters ausgeholfen, die als Mixed-Mannschaft bei Turnieren teilgenommen haben. Ich war also schon immer offen für neue sportliche Herausforderungen.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Das Voltigieren habe ich aufgrund meines Studiums aufgegeben. Ich bin zuhause ausgezogen und in meinem neuen Wohnort gab es nur eine Mannschaft, die noch eine Klasse höher an Turnieren teilgenommen und fünf Mal die Woche trainiert hat. Das war mir dann einfach zu viel und ich wollte mehr Flexibilität. Ich bin erst einmal für einige Zeit ins Fitnessstudio gegangen, aber auch da habe ich schnell gemerkt: Das macht mich nicht glücklich. Durch Zufall bin ich dann zum Triathlon gekommen. Eine Bekannte meines Vaters hat beim Ironman in Frankfurt ehrenamtlich geholfen und mich dazu überredet, auch zu helfen. Ich war super fasziniert von der Atmosphäre vor dem Start und habe anschließend ohne große Vorbereitung in ihrem Betriebssportteam bei einem Jedermann-Triathlon ausgeholfen, weil jemand abgesagt hatte… Das war zwar echt hart, aber ich bin überraschenderweise als Dritte unserer Bahn aus dem Schwimmbecken gestiegen und fand es von Anfang an toll, seine eigenen Grenzen zu testen. Also habe ich mir ein gebrauchtes Rad gekauft, mich im Verein angemeldet und durfte mich seitdem „Triathletin“ schimpfen. So bin ich zum Triathlon gekommen und würde es auch nicht missen wollen

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Wie bereits erwähnt, habe ich bei einem kleinen Triathlon meine „Karriere“ begonnen. Damals musste jeder ein Zehntel der Ironman-Distanz absolvieren. Also 380 Meter Schwimmen, 18 Kilometer Radfahren und 4,2 Kilometer Laufen. Das war für mich schon eine ziemliche Herausforderung, da ich bei meinen ersten Laufversuchen keinen Kilometer am Stück laufen konnte. Klar, ich bin natürlich auch super schnell losgesprintet und habe gepumpt wie blöd. Ich habe mich dann in einem Verein angemeldet, um das etwas zu struktuieren, denn mir war klar: Das macht mir super viel Spaß und ich möchte das gerne besser können. So habe ich mich über die Sprintdistanz zur Olympischen gewagt und vor drei Jahren meine erste Mitteldistanz absolviert. Das hat mir gezeigt, dass man alles schaffen kann, wenn man nur an sich glaubt und einigermaßen fleißig ist. Denn wie gesagt: Anfangs konnte ich keinen Kilometer am Stück laufen. Heute schaffe ich über 20 Kilometer – und das nach zwei Kilometern im Wasser und 80 auf dem Rad!

Das besondere an meinem Sport ist…

… die Kombination aus drei unterschiedlichen Sportarten und die Vielfalt an sportlichen Herausforderungen.

Mein größter sportlicher Traum:

Einmal einen Ironman finishen. Am liebsten in meiner Heimatstadt Frankfurt.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

… wir an vielen Stellen unterrepräsentiert sind und ich finde, dass Frauen sehr umsichtige Sportlerinnen sind, die ein tolles Miteinander prägen.

Themen im Projekt #frauenimsport:

Frauen im Radsport

Einmal im Monat bietet Ann-Kathrin einen „Girlsride“ in Frankfurt am Main an. Im Sommer wird mit dem Rennrad gefahren, im Winter mit Cyclocross oder Mountainbike. Unter www.triathlove.de/girlsride findest Du aktuelle Termine und alle wichtigen Informationen.

Du findest mich online hier:

Homepage: www.triathlove.de

Facebook: https://facebook.com/triathloveblog/

Instagram: https://instagram.com/triathlove/

Twitter: https://twitter.com/triathloveblog

Steckbrief Annette Feldmann – #frauenimsport

Name: Annette Feldmann

Alter: 43

Beruf: Journalistin und Autorin

Frauen, die mich inspirieren:

Sportlich gesehen: meine Mutter. Sie ist immer in Bewegung, radelt, macht Pilates, Yoga und hält sich fit. Und meine Schwägerin Mechthild, die einfach jeden Sport mitmacht.
Und “so”: alle Frauen, die aktiv für das Frauenwahlrecht gekämpft haben

Lieblingssportteams/Frauen:

FC Bayern München, Bora Hansgrohe, Vickie Rebensburger, Kristina Vogel

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Ich habe mir als 16-Jährige mein erstes Rennrad gekauft, ein hellblauer, viel zu großer Stahlrenner. Ich habe schon damals gern Tour de France geguckt und finde Rennradfahren wunderschön und elegant. Also habe ich mich aufs Rad geschwungen und habe den Niederrhein erkundet.

Außerdem finde ich fast alles mit Bällen und Schlägern gut und habe ein bisschen Eishockey und Hockey gespielt. Laufen und schwimmen mag ich auch sehr.
Aktiv Rennrad fahre ich erst wieder seit 2015, dafür hat es mich aber richtig erwischt.

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Seit meiner ersten RTF weiß ich, wie cool und schnell es ist, in einer Gruppe zu fahren. Meine Highlights waren zum Beispiel der Münsterland Giro, krasses Profi-Feeling! Und der Mont Ventoux, den ich mit meinem Mann hochgeradelt bin.

Ich probiere gerne Dinge aus und habe so Schritt für Schritt immer mehr gemacht: Triathlon, Kriterium, Rennen, Cyclocross… (oft angestiftet von Maren) Dabei zählt für mich nur eins: Hauptsache Spaß.

Das besondere an meinem Sport ist…

Rennradfahren sieht toll aus, klingt gut und ich mag die Kombi aus Geschwindigkeit, Natur erleben und immer eine Entschuldigung für eine Kaffeepause zu haben.

Mein größter sportlicher Traum:

Einmal den Ötztaler zu fahren.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

es ganz normal ist und Extrawürste doof sind. Vielleicht klappt’s dann ja auch mal irgendwann mit der TdF für Frauen und der gleichen Bezahlung in der Bundesliga.

Themen im Projekt #frauenimsport:

Frauen im Radsport

Du findest mich online hier:

Homepage:     www.radflamingos.de

Facebook:       Radflamingos

Instagram:      Radflamingos

Steckbrief Maren Schink – #frauenimsport

Name: Maren Schink

Alter: 31

Beruf: Ich studiere Psychologie und arbeite im Online Marketing, hauptsächlich im Bereich Laufschuhe.

Frauen, die mich inspirieren:

Ich habe kein spezielles Vorbild. Ich bewundere alle diejenigen, die sich nicht in Rollenbilder pressen lassen, sondern einfach das umsetzen, was sich für sie richtig anfühlt und Spaß macht.

Das ist mein Sport:

Ich habe als Kind und Jugendliche verschiedenes ausprobiert: Turnen, Rhönrad, (Rettungs-)Schwimmen, Wasserball, Reiten. Nach Ende der Schulzeit setzte allerdings die Faulheit ein, so dass ich kaum bis gar keinen Sport getrieben habe. Vor fünf Jahren habe ich dann komplett bei Null angefangen zu laufen und habe mittlerweile einige Triathlons, Radrennen und zwei Marathons gefinisht. Ständig reizt mich irgendetwas Neues: erst Rennrad, dann Cyclocross, Mountainbike, Inlineskating…

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

In einer ziemlich unsportlichen Phase habe ich mir in den Kopf gesetzt, einmal bei einem Hindernislauf teilzunehmen. Die Idee hat mich so sehr gereizt, dass ich dafür mit dem Laufen angefangen habe. Weil ich geahnt habe, dass das kein Zuckerschlecken wird, habe ich versucht, mich selbst auszutricksen und Geld für neue Laufschuhe ausgegeben, Freunden davon erzählt und ins Internet geschrieben, dass ich jetzt Läuferin werde. Spaß hat es trotzdem keinen gemacht – ich habe es wirklich gehasst. Anfangs war laufend nicht mehr als eine Minute am Stück drin, bis ich eine Gehpause einlegen musste. Als ich Monate später so gerade eben fünf Kilometer geschafft habe, hat mir jemand erzählt, dass man bei einem Volkstriathlon nur 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen muss. Hörte sich gut für mich an, deshalb habe mich kurzerhand zusammen mit einem Kumpel angemeldet und mir ein uraltes gebrauchtes Rennrad gekauft. So habe ich durch Zufall herausgefunden, wie viel Spaß mir das Radfahren macht und die Dinge nahmen ihren Lauf …

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Nach den ersten Läufen und Triathlons war ich nicht wirklich zufrieden, sondern dachte hinterher immer, das ginge noch besser. Durch die Leidenschaft fürs Rad konnte ich mehr Kondition aufbauen und so kamen langsam auch die ersten Erfolgserlebnisse beim Laufen. Zum ersten Mal so richtig stolz war ich allerdings erst nach meinem ersten Radrennen: Ich hatte alles gegeben und unheimlich viel Spaß dabei. Das hat einiges in Gang gesetzt und plötzlich waren neue Ziele erreichbar: Halbmarathon, Marathon, Triathlon-Mitteldistanz. Mein bisher längstes sportliches Event, allerdings ohne Wettkampf-Charakter, waren 333 Kilometer am Stück mit dem Rennrad von Essen an die Nordsee.

Das besondere an meinem Sport ist…

dass er mir nicht von Anfang an Spaß gemacht hat, aber mir gezeigt hat, dass es sich lohnt, dranzubleiben. Ohne das Laufen wäre ich nicht beim Triathlon und auch nicht auf dem Rad gelandet und mir wäre einiges entgangen.

Mein größter sportlicher Traum:

Ich schmiede keine Pläne, die weit in der Zukunft liegen. Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, mache ich das.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

wir nur gehört werden, wenn wir viele sind.

Themen im Projekt #frauenimsport:

Frauen im Radsport

Du findest mich online hier:

Homepage:     https://www.ichhasselaufen.de

Facebook:       ichhasselaufen

Twitter:            @ichhasselaufen

Instagram:      ichhasselaufen

Steckbrief Sabine Heiland – #frauenimsport

Name: Sabine Heiland

Alter: 53

Beruf: Physikerin, Wissenschaftlerin

Frauen, die mich inspirieren: Es gibt so viele inspirierende Frauen, da fällt die Auswahl wirklich schwer …

  • Gesellschaftlich: Ruth Bader Ginsburg
  • Wissenschaftlich: Marie Curie
  • Sportlich: Gunhild Swanson
  • Privat: Meine Großmutter Elisabeth

Meine LieblingssportlerInnen und meine Lieblingssportteams:Courtney Dauwalter, Ellie Greenwood

Das ist mein Sport:

Trail- und Ultrarunning. Ursprünglich komme ich von der Leichtathletik. In meiner Jugend war ich vor allem beim Kugelstoßen und Diskuswerfen aktiv. Nebenbei noch 800m, aber eigentlich war das eine weniger geliebte Disziplin … immer dieser Blutgeschmack im Mund nach dem Wettkampf! Dann habe ich Probleme mit der Wirbelsäule bekommen und musste die technischen Disziplinen aufgeben. Es folgten 20 Jahre, in denen ich den Wettkampfsport komplett aufgegeben habe. War zwar weiterhin aktiv, z.B. Fahrradfahren oder Wandern, aber das war alles sehr unstrukturiert.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Auf Umwegen. Ich musste im Rahmen einer beruflichen Veränderung eine ärztliche Eignungsuntersuchung über mich ergehen lassen. Der Arzt fragte mich nach meiner sportlichen Betätigung. Ich konnte nichts Konkretes nennen. Er runzelte die Stirn und meinte, dass ich an einem Scheideweg stehe: Ohne Sport wäre es bei beruflicher Mehrbelastung wahrscheinlich, dass ich mich immer weniger bewege und übergewichtig werde. Das gab mir zu denken … ich habe fast ein Jahr nachgedacht. So wollte ich nicht enden. Als ich dann einen Freund zum Frankfurt-Marathon begleitet habe, hat mich das an meine Leichtathletik-Zeiten erinnert – und ich habe mir das Laufvirus eingefangen.  So legte ich mir eine Pulsuhr zu und begann, regelmäßig zu laufen.

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Eigentlich war mein Ziel nur, einen Berglauf zu finishen – in der Pfalz. Also strenggenommen einen Hügellauf. Aber dann lief ich nach 3 Monaten den ersten 10km-Lauf, nach 5 Monaten den ersten Halbmarathon, nach 1 ½ Jahren den ersten Marathon. Das war 2006. Bis 2010 hatte ich einige Marathons und Halbmarathons absolviert und war bereit für die dritte Dimension: Die Höhe. Beim Liechtenstein Marathon lief ich meinen ersten echten Bergmarathon. Im gleichen Jahr las ich das Buch „Ultramarathon Man“ von Dean Karnazes – damit war ich „angefixt“: 42,2km waren jetzt für mich keine Grenze mehr. Mein bislang längster Ultramarathon war der Rennsteig Supermarathon, ich laufe aber auch sehr gerne und oft in alpinem Gelände.

Ich liebe das Laufen nicht, weil ich darin so gut bin. Kugelstoßen oder Diskuswerfen hat besser zu meinem Körperbau gepasst als ein Bergultra. Aber ich liebe es, draußen zu sein, mir Ziele zu setzen und zu schauen, was mit meinem Kopf und meinem Körper während eines so langen Laufs passiert.

Das besondere an meinem Sport ist… dass ich mich sowohl körperlich als auch mental herausfordern kann.

Mein größter sportlicher Traum: Teilnahme am Western States 100.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil… Frauen im Trail- und Ultrarunning den Sport bereichern – und weil man gerade als Frau aus von diesem Sport so viel lernen kann: Sich etwas Großes zu trauen. Große Herausforderungen in verdauliche Stücke zu unterteilen. Und nicht zu schnell aufzugeben.

Themen im Projekt #frauenimsport: This is awesome! Warum mehr Frauen in den USA an Sportveranstaltungen teilnehmen, als in Deutschland; Frauen im Ultrasport: Warum Frauen für den Ultrasport wie gemacht sind

Du findest mich online hier:

Homepage:     https://trailrunningnordwand.blogspot.com

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Instagram:       TrailrunningHD

Da ich so viel vom Internet profitiert habe und immer auf der Suche nach News über Trail- und Ultrarunning bin, habe ich irgendwann beschlossen, der Community was zurückzugeben: Seit 2 Jahren betreibe ich mit FreundInnen einen Blog, bei dem ich für die Trail-News (Trailticker), für das Filmarchiv (Filme über Trail- und Ultrarunning weltweit) und für das Thema „Frauen und Ultrarunning“ zuständig bin.

Vorstellung Projekt #frauenimsport

Frauen im Ausdauersport. Ein Thema, das mich schon lange herumtreibt. Warum sind immer noch deutlich weniger Frauen in unserem Sport repräsentiert als Männer? Was kann ich dazu beitragen, dass mehr Frauen laufen, schwimmen, radfahren?

Immer wieder gibt es skurrile Behauptungen von Männern wie auch Frauen, dass es einfach eben so sei. Frauen würden nunmal von Natur aus einfach weniger Sport machen als Männer. Eine Behauptung, die natürlich Quatsch ist. Wie es auch Quatsch war, als noch in den 1960er Jahren die Männerwelt behauptete, Frauenkörper wären nicht dazu gemacht Ausdauersport zu betreiben.

Mehr Frauen zum Ausdauersport bringen. Das habe ich mir auf die Fahnen geschrieben. Ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass wir bald genauso viele Frauen bei Ausdauer-Wettkämpfen am Start haben, wie Männer. Darum rufe ich mit vielen tollen Sportlerinnen aus dem Ausdauerbereich das Projekt #frauenimsport ins Leben.

Frauen im Ausdauersport – der Ist-Zustand

Berlin Marathon 2018. 40.650 Menschen erreichen die Ziellinie. 28.377 Läufer und 12.273 Läuferinnen. Das sind 70% Männer und 30% Frauen. Ein Erfolg. Denn so viele Frauen sind noch nie bei einem Marathon in Deutschland gelaufen. Sowohl absolut, als auch prozentual.*

Es ist ein schöner Erfolg, dass erstmals 30% der Finisher in Berlin Frauen sind. Aber es ist eben auch ein ganz klares Zeichen, dass wir immer noch weit entfernt von gleichen Verhältnissen sind. Berlin ist übrigens der einzige der größeren Marathons in Deutschland, der sich in den vergangenen Jahren in Sachen Frauenquote kontinuierlich nach oben entwickelt hat. Die anderen großen Marathons in Deutschland bewegen sich alle seit Jahren im Bereich von + – 20% Frauenanteil ohne nennenswerte Tendenz nach oben.

Auch bei Triathlonveranstaltungen ist der Frauenanteil noch recht überschaubar. Wie auch beim Marathonlauf werden hier die besten Ergebnisse bei den großen Veranstaltungen erzielt. Beim Wasser Triathlon in Hamburg waren 2018 20% Frauen auf der Olympischen Distanz unterwegs. Über die Sprintdistanz gingen sogar 35% Frauen erfolgreich an den Start. Bei der Challenge Roth waren auf der Langdistanz wiederum nur 15% Frauen am Start. Die Distanz scheint also auch eine Rolle zu spielen. Am schlechtesten sind derweil die Zahlen bei Radveranstaltungen. Beim Velothon in Berlin waren gerade einmal 4% Frauen über die 160 Kilometer am Start. Bei den 100 Kilometern waren es 7%, bei der 60 Kilometer-Distanz immerhin 18%.

Warum diese ganzen Statistiken? Um aufzuzeigen, dass wir auch im Sport noch einen langen Weg zu gehen haben, bis Männer und Frauen gleichberechtigt repräsentiert sind. Aber was sind die Gründe hierfür? Eigentlich haben Frauen doch dieselben Möglichkeiten wie Männer an Ausdauersport-Veranstaltungen teilzunehmen. Was hindert sie daran es zu tun?

Diese Frage ist für mich ganz entscheidend. Denn nur wenn wir wissen, warum es offensichtlich noch viele Frauen gibt, die es sich nicht zutrauen an Ausdauersport-Events teilzunehmen, können wir daran arbeiten, dass sich etwas ändert.

Frauen können genauso tolle sportliche Leistungen erbringen wie Männer

Mein Ziel ist es, einen Beitrag dazu zu leisten, dass mehr Frauen in unseren Sport kommen. Denn Frauen können genau wie Männer großartiges im Sport leisten. Es gibt sogar Studien und Theorien die behaupten, dass Frauen im Ultrasport näher an die Männer herankommen, weil sie sich auf der langen Distanz besser durchbeißen können. Einzelne Beispiele gibt es tatsächlich. Jüngst hat z.B. Jasmin Paris für Aufsehen gesorgt. Jasmin hat vor wenigen Wochen als erste Frau das 268 Meilen lange Montane Spine Race gewonnen. In der Gesamtkategorie für Männer und Frauen wohlgemerkt. Nebenbei hat sie auch noch den Streckenrekord um unglaubliche 12 Stunden unterboten. Auch hier in der Kategorie sowohl für Männer, als auch für Frauen.

Ob solche Ausnahmeleistungen über die Ultradistanz zeigen, dass Frauen den Männern auf den ganz langen Distanzen näher kommen oder sie sogar wie im Fall von Jasmin Paris distanzieren, sei mal dahingestellt. Wichtig ist mir dabei nur folgendes: Frauen können (im Sport) genauso großartiges leisten wie Männer. Es gibt also auf den ersten Blick eigentlich keinen Grund, warum nicht genauso viele Frauen wie Männer an Ausdauersport-Events teilnehmen. Auf den zweiten Blick sieht das schon ein bisschen anders aus. Und da möchte ich ansetzen.

Frauen beim Laufen, Läuferinnen

Projekt #frauenimsport – Wir wollen Frauen zum Ausdauersport ermutigen

Mit dem Projekt #frauenimsport möchte ich zusammen mit ganz vielen tollen Sportlerinnen Frauen dazu ermutigen sich zu trauen. Einen Marathon zu laufen. Mit dem Triathlon anzufangen. An einem Radrennen teilzunehmen. Das tolle Gefühl, über die Ziellinie zu laufen bzw. zu fahren zu erleben. Und durch regelmäßiges Training am eigenen Leib und Seele zu spüren, wie wunderbar der Ausdauersport ist. Wie viel Lebensgefühl, Vitalität und Selbstbewusstsein dieser Sport uns gibt. Und wie wir als Frauen durch den Sport zu uns selbst finden.

Deshalb habe ich gemeinsam mit vielen tollen Frauen aus dem Sport das Projekt #frauenimsport ins Leben gerufen. Ab dem 8.März werden wir Euch Frauen aus dem Ausdauersport hier im Blog, über unseren Podcast und unsere Social Media Kanäle vorstellen. Diese Frauen werden nicht nur als Role Models für alle Frauen da draußen fungieren. Sie werden sich selbst auch mit Themen beschäftigen zu Fragen wie: Warum nehmen immer noch verhältnismäßig wenig Frauen an Ausdauer-Events teil? Was können wir tun, dass mehr Frauen sich trauen?

Wer macht alles mit? Jede Ausdauersportlerin, die unser Projekt unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen. Von Beginn an dabei sind:

Sie alle werden im Rahmen des Projekts mit bestimmten Themen aus dem Bereich “Frauen im Sport” auseinandersetzen, mit Euch diskutieren und ergründen, wie wir noch mehr Frauen erreichen können.

Außerdem wollen wir ein Netzwerk für Frauen aus dem Sport aufbauen. Wir wollen uns regelmäßig austauschen. Gemeinsam schauen, was wir tun können, um Frauen für unseren Sport zu begeistern. #frauenimsport ist also kein exklusives Projekt. Wir wollen möglichst viele Frauen erreichen. Jede, die mitmachen möchte, ist herzlich eingeladen.

Kick-Off für unser Projekt #frauenimsport am Weltfrauentag

Unser offizieller Kick-Off startet am 8.März 2019 zum Weltfrauentag. Bis dahin rufe ich bereits alle Frauen dazu auf, unseren Hashtag #frauenimsport zu nutzen. Macht alle mit, wenn Ihr auch andere Frauen ermutigen wollt mehr zu laufen, schwimmen, radfahren oder auch anderen Sport zu machen. Männer sind bei der Aktion natürlich nicht ausgeschlossen. Auch Ihr könnt einen Teil dazu beitragen, dass mehr Frauen unseren wunderbaren Sport machen. Ermutigt Eure Frauen zum Sport, macht gemeinsam Sport, schenkt Euren Frauen freie Abende, indem Ihr z.B. auf die Kinder aufpasst und Eure Frauen mit Sport etwas für sich tun können.

Gemeinsam für mehr Frauen im Ausdauersport

Nur wenn wir alle mitmachen – Frauen und Männer, Trainer und Trainerinnen, Ehemänner und Ehefrauen, Veranstalter von Ausdauersport-Events, Sportfirmen, Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen. Wir alle können unseren Teil dazu beitragen, mehr Frauen für den Ausdauersport zu gewinnen. Also lasst uns gemeinsam diskutieren. Was können wir tun, damit mehr Frauen diesen wunderbaren Sport betreiben?

*Historisch betrachtet ist es nicht richtig, dass der Berlin Marathon 2018 prozentual der Marathon mit den bisher meisten Teilnehmerinnen war. Denn 1973 fand der erste reine Frauenmarathon in Waldniel am Niederrhein statt.

Alle Projektbeiträge sammeln wir unter www.frauenimsport.de

Warum Du mit einer Trainerin zusammenarbeiten solltest

Es ist eine Frage, so alt wie das Trainergeschäft selbst. Was bringt dir ein Trainer? – Noch dazu, wenn du vielleicht nicht auf höher, schneller, weiter trainierst, sonder einfach fit und gesund sein willst. Ich habe mich der Frage im Rahmen einer Blogparade gewidmet und gebe dir gleich noch ein paar Tipps mit, wie du einen guten Coach für dich selbst findest.

Auf der Fibloko – der Konferenz für Fitness- und Sportblogger kam unter den BloggerInnen die Diskussion auf, warum sich Markus, ein teilnehmender Blogger, einen Lauftrainer leistet, obwohl Markus nur für seine eigene Fitness trainiert. Aus dieser Diskussion war schnell die Idee zu einer Blogparade geboren. Markus hat dazu einen ausführlichen Post veröffentlicht um darzustellen, warum er mit einem Coach zusammenarbeitet. Einige andere BloggerInnen haben ebenfalls bereits Stellung bezogen. Den kompletten Stand der Meinungen gibt es bei Markus im Blog.

Beispiel Lauftechnikschulung, Coaching im Laufen, Lauf ABC Training
Schulung der Lauftechnik mit Hilfe von Lauf ABC und direkter Korrektur durch den Coach

Ich bin in der besonderen Situation, zugleich Trainer und Athlet zu sein. Ich werde mich im Blog weitestgehend auf meine Athleten-Sicht konzentrieren. Wenn ich die Perspektive wechsel, werde ich explizit darauf hinweisen.

Was ist ein Trainer oder eine Trainerin für mich?

Zunächst sollte ich erklären, was ich unter einem Trainer oder einer Trainerin genau verstehe. Für mich ist ein Trainer oder eine Trainerin eine außerhalb meines Gedankenkosmos stehende Person, die meinen Sport von außen betrachtet und bewertet.

Aus meinem anderen Beruf als IT-Berater weiß ich, dass sich viele Firmen häufig externe BeraterInnen oder ProjektleiterInnen ins Haus holen, um eine externe Sicht auf die internen Aufgaben zu bekommen oder sich zusätzliches Know-How an Bord zu holen. Das sind auch für mich die zwei Hauptaspekte für einen Trainer bzw. eine Trainerin. Eine externe Sicht und zusätzliches Know-How.

Damit wäre bereits eine wichtige Frage geklärt: Ja, ich bin der Meinung, dass TrainerInnen eine wertvolle Arbeit leisten.

Wann arbeite ich mit TrainerInnen zusammen?

Ich mache jetzt bereits seit über 10 Jahren Triathlon bzw. Ausdauersport. Dabei habe ich immer wieder mit TrainerInnen zusammengearbeitet.

Zu Beginn meiner “Triathlon-Karriere” habe ich mich einem Triathlon-Verein angeschlossen. Ich konnte dort von qualifizierten Schwimm- und LauftrainerInnen profitieren, die besonders auf die Technik geachtet haben. Was im Verein ein wenig fehlte waren die TrainerInnen, die für mich das Jahr durchstrukturierten. Zwar haben sowohl Schwimm- als auch LauftrainerInnen eine feste Struktur in ihren Trainingsphasen gehabt, nur passte das nicht unbedingt zum eigenen Wettkampfplan. Das Training war also durchaus strukturiert, jedoch nicht auf meine individuellen Bedürfnisse abgestimmt.

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An der Arbeit mit Spezialisten hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. In regelmäßigen Abständen nehme ich selbst an Workshops und Trainingssessions als Athlet teil. Ich hole mir z.B. Tipps von anderen TrainerInnen, wie ich meine eigene Schwimmtechnik verbessern kann. Besonders beim Schwimmen ist es schwierig bestimmte Eigenheiten und Fehler selbst zu bemerken. Häufig schleifen sie sich über einen längeren Zeitraum ein und werden nicht als Fehler wahrgenommen. Hier ist die Arbeit mit einem Coach extrem hilfreich. Einzige Bedingung ist, dass ich mich darauf einlassen muss. D.h. ich muss mein eigenes Trainerwissen hinten anstellen und zuhören.

Beispiel Personal Training Ausdauersport Stabitraining
Personal Training ist auch bei AusdauersportlerInnen zur Sicherung der Beweglichkeit und Stabilität sinnvoll

Wenn du mit dem Gedanken spielst, dir einen Coach zu suchen, dann überlege dir vorher genau, wobei er oder sie dir eigentlich helfen soll. Dabei ist nicht nur die Frage nach dem konkreten Wettkampfziel zu beantworten. Wichtig ist auch, dass du eine möglichst konkrete Vorstellung vom Weg dorthin hast, oder sehr offen für den Weg des Coaches bist. Ein gut durchdachter Plan hilft dir nicht, wenn du den Plan nicht einhalten kannst oder willst. Eine gute Kommunikationsebene mit dem Coach ist daher von Beginn an sehr wichtig.

Was erwarte ich von einem guten Trainer?

Neben dem nötigen Sachverstand, der für mich die Grundlage darstellt, sollte ein Trainer ein gutes Gespür dafür haben, wie er mich ansprechen muss. Ich als Athlet arbeite gerne mit TrainerInnen zusammen, die mir ausführlich die Gründe ihres Handelns erklären. Das liegt an meiner eigenen Neugier. Ich möchte immer verstehen, wie und warum etwas so ist, wie es ist. Auf der anderen Seite gibt es auch viele SportlerInnen, die sich mit den trainingstechnischen Zusammenhängen nicht auseinandersetzen wollen. Genau deshalb engagieren sie einen Trainer oder eine Trainerin. Ein guter Coach erkennt, was dem Athleten oder der Athletin wichtig ist und stellt sich darauf ein. Ein für mich schlechter Coach hat sein festes Programm welches er ohne sich auf den einzelnen Athleten bzw. die Athletin einzulassen, durchzieht.

Häufig arbeiten SportlerIn und TrainerIn über einen längeren Zeitraum zusammen. Daher muss diese Zweckgemeinschaft passen. Der beste Coach nützt dir gar nichts, wenn er dir nicht vermitteln kann, was du tun sollst, bzw. wenn du immer das Gefühl hast, dass dein Coach dich nicht versteht.

Ich habe die Blogparade zum Anlass genommen, um die von uns betreuten Sportler und Sportlerinnen zu fragen, warum sie mit uns zusammenarbeiten.

Eine häufige Antwort war Sicherheit und ein gewisser Druck. Sicherheit, dass wir im komplexen Lauf- und Triathlontraining den Überblick für unsere SportlerInnen behalten und darauf achten, dass sie gesund und optimal vorbereitet ihr Ziel erreichen.

Druck, dass sie sich auch mal quälen, wenn sie eigentlich keine Lust auf Training haben.

Beispiel Coaching Ausdauersportlerin Movement, Beweglichkeit, korrekte Übungsausführung
Wie viel Geld investiert ein Triathlet in gutes Coaching und wie viel in neues Equipment?

Zusammenfassung

Ich selbst arbeite also regelmäßig mit Coaches zusammen und kann auch nur jedem, der leistungsorientiert trainieren will, dazu raten sich mit der Frage auseinanderzusetzen, ob ein Coach ihm bzw. ihr weiterhelfen kann.

Gerade in Triathlon-Foren lese ich immer wieder, dass Leute auf der Suche nach kostenlosen Trainingsplänen sind und möglichst wenig Geld für einen qualifizierten Schutz der eigenen Gesundheit ausgeben wollen. Häufig investieren Athleten und Athletinnen Unsummen in das Equipment, sind dann aber nicht bereit in ein gutes Training zu investieren. Oder sie sind der Meinung, dass das komplexe Feld der Trainingsplanung und Trainingssteuerung ja nebenbei möglich ist und nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. Aber wer ist z.B. schon mal auf die Idee gekommen an seinem Radhelm ein bisschen zu schnitzen, weil es ja so einfach ist und kein spezielles Know-How dafür notwendig ist?

Active - das Ausdauer-Coaches-Trainingskonzept für Ausdauersport, Triathlon, Laufen, Radfahren, Trailrunning, Marathon, Ultra laufen

Ich denke, jeder und jede, egal wie gut er oder sie bereits sportlich entwickelt ist, kann von der Arbeit mit einem Coach profitieren. Grundvoraussetzung ist, dass Coach, AthletIn, Zielstellung und Weg gut zusammenpassen.