Hallo Ihr Lieben,

Heute gibt es endlich wieder etwas neues von der Lauf-Wettkampffront zu berichten, denn ich bin vor 2 Wochen in Hamburg beim Halbmarathon gestartet.

Aufgrund der Wettervorhersage haben wir am Tag vor dem Lauf erstmal Regenjacke und Regenhose für Carsten gekauft, um sicherzustellen, dass er nicht in den ca. 2 Stunden Wartezeit so nass wird, wie ich während des Laufes. Hierbei muss auch erwähnt werden, dass der Jackenkauf sich allein schon daher gelohnt hat, weil ich Carsten so in seinem grellen Blau wunderbar an der Strecke erkennen konnte und mit freudiger Erwartung in Richtung km 4, km 9 und Ziel gelaufen bin, mit der Aussicht auf eine Siegerumarmung und ein Siegerküsschen von diesem blauen Etwas.

Ja, das Wetter hat eigentlich zum ersten Mal in meiner noch jungen “Läuferkarriere” nicht so richtig mitgespielt während eines Wettkampfes: Ein unangenehmer Dauerregen Ende Juni mit Temperaturen von nur 12-14 Grad konnte mir dennoch nicht die Vorfreude auf den Hamburger Halbmarathon nehmen. Zumal ich eigentlich froh war, dass die Temperaturen für die Jahreszeit sehr niedrig waren, was es mir einfacher machte, meiner angestrebten Zielzeit nahe zu kommen. So musste ich zum Beispiel auch nicht jede Getränkestation in Anspruch nehmen, was noch in Duisburg der Fall gewesen war.

Mein primäres Ziel war es, mal wieder unter 2 Stunden zu laufen. Dabei wusste ich, dass dieses Ziel nicht zu niedrig gesteckt war, denn ich habe zum einen mein Training in den letzten Wochen wegen akuter Wadenzwickerei nicht so durchziehen können, wie ich es mir gewünscht hätte und zum anderen ist die Strecke in Hamburg auch alles andere als einfach zu laufen mit ihrem Auf und Ab in Sachen Höhenprofil.

Auf meinem Weg zu einer Zielzeit sub-2h war mir außerdem wichtig, dass ich die ersten Kilometer nicht zu schnell angehe – ein Fehler der mir bei den letzten Wettkämpfen passiert ist und den ich dann jeweils in der 2.Hälfte der Läufe bitter bereut habe.

Nun aber zum eigentlichen Renngeschehen: Die erste Hälfte des Laufes lief deutlich nach Plan: Ich zügelte mich beim Start und auf den ersten Kilometern, um nicht frühzeitig schon die Lockerheit und Puste zu verlieren. Trotzdem blieb ich zur Halbzeit eine knappe Minute unter der vorgegebenen Zwischenzeit. In der zweiten Hälfte des Laufes stellte sich dann heraus, dass ich gut daran getan hatte, mit meinen Kräften zu haushalten. Denn so ziemlich genau ab Kilometer 12 war es vorbei mit der Lockerheit und die immer wiederkehrenden Steigungen machten mir extrem zu schaffen. Ab Kilometer 15 kamen dann noch extreme Wadenkrämpfe zum sich nach und nach einstellendem Erschöpfungszustand. Kurz gesagt: die letzten Kilometer waren eine riesengroße Qual. Die ständigen Steigungen habe ich verflucht auf dem letzten Streckendrittel.

Nichtsdestotrotz habe ich es geschafft, mich irgendwie ins Ziel zu schleppen und eine Zeit von 1:58:27 Stunden ins Ziel zu retten.

Während ich sehr stolz bin, dass ich es wieder geschafft habe einen Halbmarathonlauf unter 2 Stunden hinzulegen, bin ich aber am meisten darüber glücklich, dass ich es endlich mal wieder geschafft habe, ein Rennen mental gut durchzustehen. Auf dem letzten Streckendrittel habe ich nämlich ausschließlich noch mit mir selbst gekämpft. Die innere Stimme, die mir unentwegt zurief, dass ich jetzt gefälligst stehenbleiben sollte wurde ab Kilometer 15 von Minute zu Minute lauter, so dass ich bei Kilometer 20 außer dieses ohrenbetäubenden inneren Lärmes kaum noch etwas anderes wahrnehmen konnte. Aber ich kämpfte verbissen gegen diese teuflische Stimme an. Als ich dann ca. 700 Meter vor dem Ziel den Zielbogen erblicken konnte, wusste ich, dass ich den Kampf gegen die innere Stimme gewonnen hatte.

Im Ziel wartete dann mein blauer Engel, der mich stolz in den Arm nahm. Das sind die Momente, in denen man weiß, warum man sich wochenlang schindet, um sich bei diversen Wettkämpfen zu quälen. Wenn man das Gefühl des Triumphes mit dem wichtigsten Menschen in seinem Leben teilen kann, dann ist das ein Gefühl vollkommener Glückseligkeit.

Das Fazit des Hella Halbmarathon fällt also durchaus positiv aus: Das Ziel unter 2 Stunden zu laufen wurde erreicht, außerdem habe ich es endlich wieder geschafft mental alles zu geben und auch körperlich habe ich alles aus mir herausgeholt, was sich durch enorme Müdigkeit und extremes Kaputtsein nach dem Lauf bemerkbar machte.

Nun heißt es neue Ziele anzustreben. Nach 2 Wochen mehr oder weniger gewollter Pause (neuer Job, neue Stadt, neues Leben) geht das Training jetzt wieder los. Neben diversen Spaßläufen wie dem Nachtlauf Dresden (13,6km, 17.8.) und dem Nachtlauf Erfurt (10km, 15.9.), ist das nächste größere Ziel der Dresdner Halbmarathon am 21.10.2012. Dabei ist im Hinterkopf immer schon das große Ziel Marathon Düsseldorf 2013 verankert. Ich möchte jetzt kontinuierlich arbeiten, damit ich dann im Frühjahr 2013 meinen großen Traum vom Marathon wahr machen kann.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein entspanntes Wochenende!

Eure Hannah

PS: Ein großes Dankeschön an meinen Schatz für die wie immer tolle Unterstützung beim Hella Halbmarathon!!

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