Saisonplanung im Triathlon und einer Ultraläuferin

Heute will ich mich unserer eigenen Saisonplanung widmen. Die unserer Athleten*innen steht schon seit einigen Wochen, wenn nicht sogar seit Monaten. Wie aber machen das Trainer und Trainerin? Ich gebe dir heute mal einen Einblick in unsere Planungslogik. Was hast du davon? Du kannst für deinen eigenen Saisonplan ein paar Tipps mitnehmen.

Saisonplanung – Die unsortierte Wettkampfwunschliste

Hast du dir schon Gedanken gemacht, bei welchen Wettkämpfen du 2018 starten möchtest? Wenn nicht, dann solltest du dir schnell noch einen Zettel und einen Stift holen.

Saisonplanung im Triathlon und einer Ultraläuferin

Jetzt geht es aber los. Wo wollen die Ausdauer-Coaches dieses Jahr selbst am Start stehen? Diese Liste ist bei uns immer relativ schnell erstellt. Meist ist sie am Anfang immer etwas zu lang. Aber nachdem wir die anderen Schritte ausgeführt haben, bleibt eine wohl durchdachte Liste an Highlights übrig. Bei uns sieht das Ergebnis für 2018 folgendermaßen aus:

Hauptwettkämpfe CarstenHauptwettkämpfe Hannah
  • Marathon Tel Aviv
  • Triathlon MD in Moritzburg
  • Triathlon LD in Roth
  • 24h Rad am Ring
  • Staffel 100Meilen Berlin
  • Tour de Tirol
  • Marathon Tel Aviv
  • Mt. Everst Treppenmarathon
  • U.Trail Lamer Winkel
  • Staffel 100Meilen Berlin
  • Tour de Tirol

Saisonplanung – Die Wettkampfliste nach Saison-Höhepunkten sortieren

Die Saison-Höhepunkte können nach ganz unterschiedlichen Kriterien definiert werden. Nicht immer ist das Ziel eine neue Bestzeit, welches den Saison-Höhepunkt definiert. Es kann auch ein besonderer Lauf sein. So wie für uns im letzten Jahr der New York City Marathon. Der Marathon ist aufgrund der Streckenführung und der langen Zeiten im Startbereich nicht wirklich bestzeitentauglich. Wir haben den Lauf gleich mit unserem Jahresurlaub verbunden. Das war definitiv ein Highlight.

Dieses Jahr machen wir das nicht anders. Unser erstes Highlight wird der Tel Aviv Marathon sein. Für uns ein Highlight, bei dem wir allerdings ohne Ambitionen laufen werden. Den Marathon habe ich für uns in die Kategorie C-Wettkampf einsortiert. Heißt, wir werden diesen Wettkampf ohne besondere Vorbereitung und ohne Zeitziel angehen. Er wird direkt aus dem Training heraus absolviert.

So ähnlich bewerte ich all unsere Wettkämpfe. Daraus ergibt sich dann folgende Einordnung:

Hauptwettkämpfe CarstenHauptwettkämpfe Hannah
Kategorie A
  • Triathlon LD in Roth
  • Tour de Tirol
Kategorie B
  • Triathlon MD in Moritzburg
  • 24h Rad am Ring
Kategorie C
  • Marathon Tel Aviv
  • Staffel 100Meilen Berlin
Kategorie A
  • Mt. Everst Treppenmarathon
  • U.Trail Lamer Winkel
  • Tour de Tirol
Kategorie B
Kategorie C
  • Marathon Tel Aviv
  • Staffel 100Meilen Berlin

Stelle dir also zunächst die Frage, was ist dein Ziel bei den einzelnen Wettkämpfen.

Saisonplanung – Periodisiere dein Training

Das Thema Periodisierung war hier im Blog schon häufiger ein Thema. Wenn du mehr zum Thema Periodisierung erfahren möchtest, kannst du das in meiner Jahresplanung für 2016 oder in im dritten Teil meiner DIY – Anleitung für einen Marathontrainingsplan tun.

Meist ist es nicht möglich alle geplanten Highlights vernünftig in einen Plan einzubauen. Der häufigste Grund ist: Als A-Wettkämpfe vorgesehene Highlights liegen zu dicht beieinander. Eine typische Wettkampfphase kann ca. 3-4 Wochen umfassen. Im Rahmen dieser Phase kannst Du mehrere Saison-Höhepunkte planen. Bei Profisportler*innen erlebst du dies hin und wieder. Wenn sie einen Wettkampf verhauen, der als Highlight geplant war, dann starten sie 2 bis maximal 3 Wochen später noch bei einem weiteren Wettkampf. So lange kannst du deine Form ungefähr konservieren. Danach kommt es unweigerlich zu einem Formabbau, es sei denn, du planst wieder einen entsprechenden Trainingsblock ein.

Startschuss zur Saisonplanung und zum Triathlon

Für einen erneuten Formaufbau solltest du mindesten 8 – 10 Wochen einplanen. Darum teilt sich das Läufer- aber auch das Triathlonjahr häufig in zwei Hälften. So ist es auch bei uns in diesem Jahr. In der ersten Jahreshälfte stehen für Hannah mit dem Ulta Trail Lamer Winkel und dem Mt. Everest Treppenmarathon gleich zwei A-Wettkämpfe fest, die eigentlich zu dicht beieinander liegen. Da sie aber doch wieder aufeinander aufbauen können, kann ich dies als Trainer passend gestalten. Mein A-Wettkampf ist der Start bei der Challenge Roth, meinem ersten Triathlon-Langdistanz-Rennen.

Für die zweite Jahreshälfte haben wir uns gemeinsam für die Tour de Tirol entschieden. Ein 3-Tages-Rennen. Da wir bereits bei der ersten Planung unsere Vorgehensweise berücksichtigen, ergibt sich für uns keine neue Prio-Liste der Wettkämpfe.

Saisonplanung – Lass dir Raum für Überraschungen und Spontane Ideen

Bist du eher ein spontaner Typ? Machst du gerne Wettkämpfe, statt zu trainieren? Dann lass dir Raum für spontane Einfälle. Bei uns hat sich herausgestellt, dass wir da sehr unterschiedlich sind. Während ich nur sehr wenige Wettkämpfe machen möchte, da mich Wettkämpfe mental sehr stark belasten, ist Hannah das genaue Gegenteil. Sie zieht unglaublich viel mentale Energie aus Wettkämpfen. Wie du das am besten nutzen kannst, habe ich letztes Jahr bereits einmal für dich aufgeschrieben.

In diesem Fall erklärt das, warum auf Hannahs Seite momentan keine B-Wettkämpfe verfügbar sind und sie im Moment sogar weniger Wettkämpfe als ich im Plan stehen hat. Mein Wettkampfbuch wird sich nicht großartig weiter füllen. Ihres dagegen schon. Hier werden sicher noch der ein oder andere Lauf ihren Platz finden.

Beispiel Trailrunning. Alternativen sind Marathon, Trail, Ultra laufen oder Triathlon.

Du musst für dich entscheiden, ob du mehr oder weniger Struktur brauchst. Bei mehr Struktur empfehle ich dir, deinen Wettkampfplan über das Jahr nicht zu stark anzupassen bzw. zu verändern.

Falls du noch Fragen zu den Wettkampfhöhepunkten hast, schreibe mir gerne einen Kommentar. Falls du uns mal treffen möchtest, komm doch einfach zu unseren Wettkämpfen oder schau auf unseren Social-Media-Kanälen wo wir uns als Zuschauer so rumtreiben.

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