Steckbrief: Astrid Siebert

Alter: 40

Beruf: Angestellte bei SPORTUNION (Sport-Dachverband in Österreich), nebenberuflich selbständig als Fitness- und Gesundheitstrainerin

Frauen, die mich inspirieren:

Persönlich meine Mutter, weil sie in ihrer Jugend viele Möglichkeiten nicht hatte, aber uns Kindern alles versuchte zu ermöglichen. Sportlich Kathrine Switzer, die als erste Frau 1967 offiziell einen Marathon gefinisht hat, obwohl es Frauen nicht erlaubt war an Langstrecken-Wettkämpfen teilzunehmen und so den Weg für uns Läuferinnen in der Gegenwart geebnet hat.

Lieblingssportteams/Frauen:

Auf Instagram verfolge ich gerne die Aktivitäten von TrailläuferInnen wie Lucy Bartholomew, Emelie Forsberg oder Kathi Schichtl und natürlich Kilian Jornet. Als Golferin bin ich natürlich auch immer gerne informiert was sich auf der European oder PGA Tour so tut und finde es großartig, dass immer mehr junge Sportler in die Elite einsteigen und so diesem Sport auch ein modernes Image geben, egal ob Frauen oder Männer.

Bei den Sportteams bin ich regional geprägt und mittlerweile ein riesengroßer Fan der Klagenfurter Eishockey-Mannschaft KAC, sowie des Frauenfußball Nationalteams von Österreich.

Das ist mein Sport

Trailrunning! Als Jugendliche war ich sehr sportlich, war im Turnverein, in einer Volleyballmannschaft und im Leichtathletikteam meiner Schule. Allerdings, Laufen habe ich gehasst. Kaum zu glauben, wenn ich darüber nachdenke. Aber erst als Erwachsene habe ich die Liebe zum Laufen entdeckt. Am liebsten laufe ich im Wald, auf den Bergen, in der freien Natur. Je weiter und länger desto besser. Wenn es die Zeit zulässt bin ich auch gerne am Golfplatz unterwegs, dieses Hobby übe ich gemeinsam mit meinem Mann aus. Laufen mag er leider nicht so gerne.

Wie bist du zu deinem Sport gekommen?

Ich habe vor ca. 11 Jahren eine Stelle bei einem Reiseveranstalter angenommen und wurde gleich mit einem Sportprojekt betreut. Damals machte ich die Abwicklung der touristischen Buchungen für ein großes Laufevent in Kärnten. Von den Veranstaltern wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte auch an einem der Bewerbe teilzunehmen. Wie schon vorhin geschrieben, stand Laufen aber ganz unten auf meiner Sportliste und nach vielen Jahren in der Gastronomie hatte ich auch überhaupt keine sportliche Form mehr.

Nach einem Jahr konnten sie mich allerdings überreden und ich meldete mich für den Viertelmarathon an, trainierte dafür und bin sogar ins Ziel gekommen. Aber so richtig Spaß hat es mir eigentlich keinen gemacht. Wieder ein Jahr später habe ich dann eine meiner jetzt besten Freundinnen bei einem Lauftreff kennengelernt. Sie hat mir viele Tipps gegeben und da ich mich auch in dieser Community sehr wohl gefühlt habe war auf einmal das Laufen richtig gut. Dann führte eines zum anderen. Ich lernte immer mehr Läufer kennen, machte meine ersten Bewerbe und nach einiger Zeit konnte ich das auch in den Bergen umsetzten.

Jetzt bin ich richtig froh darüber, denn die Liebe zu den Bergen hatte ich schon von Kindesbeinen an. Unsere Eltern sind sehr oft mit uns in den Bergen gewesen und jetzt lerne ich diese Gegenden wieder von Neuem kennen.

Besonders stolz bin ich darauf Gründungsmitglied eines Laufnetzwerkes für Frauen und Mädchen zu sein, den Club261 in Österreich. Dort versuchen wir noch mehr Frauen zu erreichen, um mit dem Laufen zu beginnen und die Vorteile, die der Sport mit sich bringt zu nutzen.

Wie hat sich deine “sportliche Karriere” entwickelt?

Step by step. Ein Bewerb nach dem anderen. Vom Viertelmarathon zum Halbmarathon zum Marathon. Vom Berglauf zum 15k Trailrun bis zur Marathondistanz. Das Schöne beim Trailrunning ist, dass es nicht mit 42,2 km aus ist, sondern weitergeht. So habe ich mich bis zu meiner bisher längsten Distanz 72 km entwickelt. Trailrunning und Ultrarunning hat sehr viel mit Erfahrung zu tun. Ich glaube nicht, dass es sinnvoll ist von heute auf morgen einen Ultra zu machen. Es ist auch nie ein Rennen gleich wie das andere. Es spielen so viele Faktoren mit (Wetter, Tagesverfassung, Verpflegung, Team, etc.), die jedes Rennen individuell interessant machen.

Neben den Wettkämpfen interessiert es mich mittlerweile allerdings mehr neue Trails und Routen zu entdecken. Am Besten mit Freunden gemeinsam. Das verlangt nicht nur Training, sondern auch Vorbereitung und Erfahrung. Im Winter bin ich gerne mit den Tourenski auf den Bergen unterwegs, immer zusammen mit bergerfahrenen Sportlern, denn man lernt nie aus!

Das besondere an meinem Sport ist…

…die Vielfältigkeit! Und trotzdem die Einfachheit, man braucht nur ein paar gute Laufschuhe, Klamotten und einen Rucksack, los geht’s! Ich habe durch meinen Sport schon viele interessante Menschen und viele neue Länder und Regionen kennengelernt.

Mein größter sportlicher Traum:

Ein Etappentraillauf! Egal ob als Wettkampf oder gemeinsam mit Freunden. Ich könnte mir gut vorstellen mal eine Insel z.B. Madeira abzulaufen oder den Alpe-Adria-Trail.

Ich wünsche mir mehr Frauen in meinem Sport, weil…

…Frauen gute körperliche Voraussetzungen für Ausdauersport haben, es sich nur oft nicht zutrauen. Ich bin sehr gerne mit Trailläufern unterwegs, sind alles durchwegs coole Typen, aber oft bin ich als Frau allein, vor allem wenn längere Strecken gelaufen werden, und das macht mich schon traurig, denn warum sollten Frauen nicht auch die Natur und Landschaft laufend genießen können.

Themen im Projekt #frauenimsport:

Empowerment, Frauen im Sportwesen, Frauen und Ausdauer