Traumhafte Berglandschaften, dichte Wälder und klares Seewasser. Der Tegernsee in Bayern erfüllt alle Klischees für kitschige Postkarten. Einmal im Jahr fallen jedoch mehrere tausend bunt gekleidete Verrückte über die Idylle her und rennen um den See. Bereits letztes Jahr haben uns die Landschaftsbilder vom Tegernseelauf fasziniert. Daher beschlossen wir, in diesem Jahr selbst die bunten Socken anzuziehen und an den Start zu gehen. Wir berichten hier über den Tegernseelauf und über unser Wochenende in München. Warum Hannah leider zum Zuschauen verdammt war, wir den FT-Club München besuchen konnten und wie wir es nüchtern auf dem Oktoberfest ausgehalten haben. 

Samstag morgen 5:20 Uhr. Der Wecker klingelt gerade an Wettkampfwochenenden häufig früher, als in der Woche. So auch dieses Wochenende. Da unser Flug bereits um 7:30 Uhr starten sollte, mussten wir zeitig Richtung Flughafen aufbrechen.

Dank der adidasRunners-Community, bei der wir seit ca. 1,5 Jahren regelmäßig mitlaufen, hatten wir die Möglichkeit in München direkt bei anderen Läufern unterzukommen. Unsere Hosts, Hannah und Eugen, denen wir an dieser Stelle nochmals ein großes Dankeschön sagen wollen, haben uns herzlich aufgenommen und uns aller Organisationssorgen für den nächsten Tag entledigt.

Mobility und Mind-Workshop im FT-Club München

Bereits am Samstag Nachmittag konnten wir vom umfangreichen Programm rund um den Lauf, organisiert durch die adidasRunners-München, profitieren. Bevor es zur Pastaparty ins Sporthaus Schuster ging, konnten wir noch an einem Mobility & Mind-Workshop teilnehmen. Da die Themen Movement und Mobility eine unserer Trainingssäulen darstellen, war es für mich natürlich besonders wertvoll, neue Anregungen von “der Quelle” der deutschen Functional Training-Bewegung zu bekommen. Von Olli, Coach im FT Club und den adidasRunners-München, konnte ich noch zwei, drei kleine Tipps und eine neue Übung mitnehmen. Für mich war das Wochenende also schon da ein voller Erfolg. ;-)

Im Mind-Workshop mit Caja konnten wir ebenfalls noch einiges mitnehmen und viel bekanntes auffrischen. Ich kann nur allen empfehlen, egal wie groß euer Expertenwissen ist: Hin und wieder mal wieder Schüler sein erweitert den Horizont ungemein.

Bei der abendlichen Pasta-Party im Sporthaus Schuster ließen wir den Tag mit entspannten Gesprächen und vielen tollen Menschen ausklingen. 

Anreise zum Tegernsee

Auch der Sonntagmorgen fiel nicht gerade durch Ausschlafen auf. Obwohl der Start erst um 10:30 Uhr war, liegt der Tegernsee einfach nicht direkt vor der Türe und so hieß es 1h Zugfahrt bis in den Startbereich nach Gmund. Hier zeigte sich wieder das gesamte Organisationstalent der deutschen Schienennetzbetreiber. Der Zug war bereits in München so voll, das kaum noch jemand zusteigen konnte. Zusätzliche Waggons oder Züge? Leider Fehlanzeige. Dank genügend Puffer bis zum Start konnten jedoch auch 15min Verspätung keine Blutdruckerhöhung verursachen.

Leider war zu diesem Zeitpunkt schon klar, dass für Hannah nur die Zuschauerrolle bleibt. Sie hatte sich einige Wochen zuvor eine leichte Verletzung am Oberschenkel zugezogen und in Abstimmung mit unserem Sportarzt haben wir entschieden, diesen C-Wettkampf zu opfern um die Marathons in Berlin (eine Woche später) und New York (6 Wochen später) nicht zu gefährden. Dadurch hatten wir natürlich die seltene Gelgenheit, dass es auch mal ein paar Bilder gibt. Sonst sind wir immer so mit unserem Lauf beschäftigt, dass wir das nur all zu oft vergessen. 

Das Wetter sollte auch dieses Jahr eher nicht so mitspielen. Nasskalt und pünktlich zum Start strömender Regen. Nach obligatorischem Community-Gruppenbild ging es den 10min Fussmarsch Richtung Startblock. Bereits hier wurden wir eindringlich vor dem Berg bei km19 gewarnt. Da es rund um den See durchaus stattliche Erhebungen gibt, sollte ich die Warnung wohl nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

Der Schuster Tegernseelauf 2017 – Laufen in traumhafter Natur

Mit leichter Verspätung machten wir uns auf die 21,095 km lange Strecke einmal rund um den See. Für mich hieß es gemütlich unter 2h laufen, also hatte ich viel Zeit die Landschaft zu bestaunen. Rund um den See erheben sich  kleine und große Hügel des Alpen-Vorlandes. Dazu ein ruhiger See und kein Wind. Traumhafte Bedingungen für eine Seeumrundung. Leider versperrten tiefhängende Wolken und immer wieder Nieselregen den Blick auf die Berggipfel der Umgebung. Die Strecke führt weitesgehend auf einem Rundwanderweg entlang, aber da war ja noch was, richtig: Der Berg bei km19. Ich hatte mich in der Nähe der 2h Pacer einsortiert und trabte gemütlich in der Gruppe mit. Immer wieder wechselten sich kleinere Orte mit vielen Hotels und Ferienzimmern und pure Natur ab. So vergingen die ersten 11km wie im Flug – schon waren wir am unteren Ende des Sees in Rottach-Egern angekommen. Ab jetzt hieß es Kräfte sammeln für km19. Wenn du, wie wir aus dem flachen Berlin kommst und die höchste Erhebung 114m hoch ist, dann hörst du auf die bergerfahrenen Bayern und bereitest dich mental ordentlich auf die Berge vor.  Bei km19 angekommen erwartete ich dann hinter jeder Abbiegung den Berg. Nun ja, was soll ich sagen. Im Ziel hatte ich 136hm Gesamtanstieg auf der Uhr. Das mit dem Berg und so, ach reden wir einfach nicht mehr drüber. Erfreuen wir uns lieber der vielen adidasRunners am Cheer-Point bei km 20. Nach 1:58h überquerte ich entspannt die Ziellinie. Der letzte längere Lauf vor Berlin ohne weitere Vorkommnisse war abgespult.

Besuch auf der Wiesn – Ein rundherum gelungenes Wochenende

Nach unserer Rückkehr nach München stand noch ein weiteres Programmhighlight an. Wenn wir uns schon zur Wiesnzeit in München befinden, dann ist der Oktoberfestbesuch natürlich obligatorisch. Das blöde an der Sache war, dass wir uns bis zum New York-Marathon Alkohol-Abstinenz geschworen haben. Ein Wiesn-Besuch ohne Bier. Schwierig aber nicht unmöglich. Gemeinsam mit Ayhan und Elif (zwei Läufer von den adidasRunner-Istanbul), genau wie Hannah Wiesen-Neulinge, machten wir uns also auf zur Theresienwiese. 
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Pünktlich um 18 Uhr trafen wir uns mit vielen anderen Runners unter der Bavaria, zum Wiesn-Gruppen-Standard-Foto. Da wir momentan keinen Alkohol trinken wollten wir zunächst nur so über die Wiesn schlendern. Das Oktoberfest ist neben der vielen Bierzelte auch ein rießiger Rummelplatz mit Unmengen an Süßem und Herzhaftem Allerlei. Von der Bratwurst bis zur Zuckerwatte bekommst du hier alles. Nach 2h Wiesenrundgang wagten wir uns schließlich doch noch ins Bierzelt. Gemeinsam mit einigen anderen Läufern und Läuferinnen hielten wir es wirklich 2h mit Apfelschorle im Zelt aus. Ich empfand die Wiesen dieses Jahr als sehr entspannt. Keine Schlangen vor den Zelten oder Fahrgeschäften. Die Sicherheitsdebatte der letzten Jahre hat sicher dazu geführt, das der ein oder andere zu Hause bleibt.

Zusammenfassend kann ich sagen, ein tolles Wochenende. Viele tolle neue Menschen kennen gelernt. Training im FT-Club, toller Lauf rund um den Tegernsee und nüchtern auf dem Oktoberfest. Wir kommen sicher nochmal wieder. Dann aber auch wieder zum Maßkrug stemmen. 

Welches war euer schönster Lauf? Erzählt es uns in den Kommentaren. 

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