Trainingsplanung 2016 – Wettkämpfe und Ziele

Einführung

Trainingsplanung ist bekanntlich ein endloses Feld, gespickt mit reichlich Tretminen und Fettnäpfchen. Ich möchte hier in einer Artikel-Serie meine Herangehensweise vorstellen und über die Ideen, Pläne und die harte Realität der Umsetzung berichten. Ich freue mich natürlich wieder über eure Hinweise und Anregungen.

So unterschiedlich die Menschen, so unterschiedlich auch die Trainingstypen. Bisher sind mir folgende 4 Trainings-Typen begegnet:

Der Listen – Sportler

Dieser Trainingstyp lässt sich die Trainingspläne von Experten schreiben oder lädt sie sich aus dem Internet runter und arbeitet sie einfach ab. Er baut seine restliches Leben um seinen Trainingsplan. Falls verlangt, meldet er die geforderten Ergebnisse an den Trainer oder das Trainingsportal zurück. Dieser Typ Sportler möchte schneller/besser werden ohne sich groß mit Trainingsphilosophien und Trainingskonzepten zu beschäftigen.

Der Plan – Sportler

Als Plan-Typ bezeichne ich gern jene Sportler, die viel Zeit in die Erstellung von Trainingsplänen stecken und diese dann 1 x 1 umsetzen wollen. Fällt einmal eine Trainingseinheit aus, dann wird sofort umgeplant und nach einem neuen optimalen Plan gesucht. Wenn die Chaos-Theorie stimmt, dann wird dieser Typ Sportler zwar noch ewig planen können, aber nie das Optimum erreichen. Eher läuft er Gefahr, dass er vor lauter Planen das trainieren vergisst.

Der Chaos – Sportler

Chaos-Sportler sind der Graus für jeden ambitionierten Trainer. Chaos-Sportler betrachten einen Trainingsplan eher als groben Leitfaden. Nicht selten machen Sie etwas ganz anderes, häufig einfach mehr. Im glücklichsten Fall werden zwar alle Trainingseinheiten aus dem Plan absolviert, allerdings in einer ganz anderen Reihenfolge. Dieser Typ Sportler verlangt einem Trainer alles ab, da der Trainer permanent die Planung an das Chaos anpassen muss.

Der Ich-Will-Mich-Nur-Bewegen-Sportler

Das sind die vielen tausend Sportler, die täglich ohne Ambitionen einfach nur Sport machen. Ich persönlich bin froh über jeden, der sich regelmäßig bewegt. Ich hoffe auch für diesen Trainingstyp findet sich hier der ein oder andere nützliche Rat.

Ich selbst zähle wohl eher zum Typ Plan-Sportler. Mir macht es Spaß Trainingspläne zu erstellen und nach einem Optimum in der Trainingsplanung zu suchen.

Die Wettkämpfe

Jeder der nicht zum Typ vier gehört und regelmäßig an den diversen Startlinien von Wettkämpfen steht und dort um Platzierung, Punkte und/oder persönliche Bestzeiten zu kämpfen, hat sicher schon gemerkt, dass nicht jeder Wettkampf geeignet ist, um einen neuen Rekord aufzustellen. Es bedarf auch bei Wettkämpfen eine gewisse Priorisierung. Eine Erkenntnis, die auch in diversen Trainingsbüchern immer wieder erwähnt wird. Es kann also so falsch nicht sein. Nach einigen Jahren ohne Priorisierung und einigen Jahren mit Priorisierung kann ich dies bestätigen. Priorisierung macht Sinn, wenn ihr viele Wettkämpfe im Jahr machen wollt. Wer nur drei bis vier Wettkämpfe im Jahr machen möchte, braucht sich um Priorisierung wenig bis keine Gedanken zu machen.

Ich habe im letzten Jahr 17 Wettkämpfe absolviert. So viele wie in keinem Jahr zuvor und ich musste hart lernen, dass das für mich zu viel ist. Also wird dieses Jahr nicht nur die Priorität eine Rolle spielen, sondern auch ein Blick auf die pure Anzahl. Für nächste Jahr ist einiges schon fest gebucht und geplant. Euch vorstellen möchte ich nur meine 4 Hauptwettkämpfe, denn sie werden die Basis für meine Planung sein.

Hauptwettkämpfe:

  1. Marathon Barcelona – 13.03.
  2. Mitteldistanz Moritzburg – 11.06.
  3. Mitteldistanz BerlinMan / Ironman 70.3 Rügen – 11.09.
  4. Marathon Berlin – 25.09.

Die Ziele

Nachdem ich mir meine Hauptwettkämpfe festgelegt habe, kann ich mich mit den Zielen für die einzelnen Wettkämpfe beschäftigen.

Ich weiß nicht wie oft ich mich schon mit dem Thema Zieldefinition beschäftigt habe. Sei es beruflich oder beim Sport. Eines haben all die schlauen Bücher und Ratgeber gemein, sie machen ziemlich klare Ansagen wie der Sportler oder die Sportlerin ein Ziel definieren sollte.

Ziele müssen demnach:

  • messbar
  • spezifisch (eindeutig und konkret
  • realistisch und
  • angemessen sein.

Dabei können Ziele grundsätzlich alles Mögliche sein. Für die eine*n ist es die Hawaii-Qualifikation, für andere ein Platz auf dem Siegerpodest. Diese Ziele sind für mich aktuell zu unrealistisch. Hinzu kommt, dass bei einem Angriff aus Podium auch die Gegner mitspieln müssen. Daher versuche ich meine Ziele immer auf mich zu beziehen. Unabhängig von anderen Startern.

Für nächstes Jahr habe ich folgende Ziele festgelegt:

  1. Barcelona-Marathon:
    • Den Marathon ohne Gehpausen absolvieren. Obwohl ich schon 4 Marathons gefinisht habe, bin ich noch keinen von Anfang bis Ende durchgerannt. Dieser Umstand muss sich dringend ändern.
    • sub 3:45 h
  2. Mitteldistanz Moritzburg:
    • Schwimmen in unter 35 min
    • Den Halbmarathon in unter 1:50 h laufen und durchlaufen. Auch hier muss ich zu meiner “Schande” gestehen, dass ich bei meinem ersten Ironman 70.3 auf der Halbmarathon-Strecke diverse Gehpausen eingelegt habe.
  3. Mitteldistanz BerlinMan / Ironman 70.3 Rügen
    • Finishen
  4. Marathon Berlin
    • Sub 3:30 halso eigentlich ganz einfach.

Damit sind die “Vorplanungen” eigentlich schon abgeschlossen und ich kann mich in die Erstellung des Rahmentraingsplans stürzen. Im nächsten Teil dieser kleinen Serie wird es also darum gehen, anhand der A-Wettkämpfe einen vernünftigen Rahmentrainingsplan aufzustellen und basierend auf den Zielen die Schwerpunkteinheiten zu definieren.

Was meint ihr? Wie plant ihr euer Trainingsjahr? Nutzt ihr eher Pläne aus dem Netz, von Trainern oder entwickelt ihr euren Trainingsplan selbst?

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