Ein attraktiver Nachtlauf mitten in der City von Berlin zu hochsommerlichen Temperaturen, schnelle Strecke, viele Zuschauer, viel Gedöns um den Lauf – viel mehr kann man unseren Geschmack wohl nicht treffen. Von daher war es für uns geradezu selbstverständlich, dass wir zum Nachtlauf auf dem Berliner Kudamm unsere Laufschuhe schnürten.

Da wir beide in sehr ordentlicher Form waren, liebäugelten wir mit einer Bestzeit über die 10km. Leider spielte das Wetter nicht gerade mit, denn auch am späten Abend (20:30 Uhr fiel der Startschuss), lagen die Temperaturen noch nah an der 30-Grad-Grenze. Aber als eigentliche Sonnenanbeter wollen wir uns mal nicht über zu hohe Temperaturen beschweren. In der vorherigen Woche waren wir schließlich noch bei 36 Grad im Schatten beim Alpener Stadtlauf geradezu eingegangen.

Bereits einige Zeit vor dem Lauf trafen wir uns mit Manu (@laufwelt), André (@_GoAndré) und Freunden zur Prerace-Party im Büro der OCM Internet GmbH. Von hier aus nochmal ein großes Dankeschön an Manu und André für die Einladung! Bei netten Läufergesprächen und kühlen Getränken stimmten wir uns so hervorragend auf den bevorstehenden Lauf ein.

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Als dann um 20:30 Uhr der Startschuss erfolgte, versuchte ich trotz der hohen Temperaturen ein ordentliches Tempo zu gehen und zu schauen, ob ich trotzdem in Richtung Bestzeit schielen konnten. Mein großes Ziel von sub50 auf der 10km-Strecke, welches ich meines Erachtens nach durchaus drauf habe, wenn alles passt, schien mir jedoch zu hoch gegriffen bei den erwähnten Temperaturen. Nichtsdestotrotz war ich mir dennoch sicher, dass ich meine bestehende Bestzeit von 52:40 min durchaus knacken könnte, denn dass ich momentan deutlich schneller bin, hat sich im Training viele Male gezeigt. So ging ich zügig, aber gefühlt nicht zu schnell an und versuchte einen schnellen, aber trotzdem lockeren Rhythmus zu finden. Für mich als (gefühlte) Langstreckenläuferin ist es immer sehr schwer das richtige Tempo auf der 10-km Distanz zu finden. Ich laufe ja schließlich lieber die längeren Distanzen, weil man sich da nicht so sehr beeilen muss :-)

Die erste Streckenhälfte konnte ich jedoch ganz ordentlich durchlaufen mit einem schnellen, aber gefühlt nicht zu schnellem Tempo. Bei meiner Durchgangszeit bei Kilometer 5 sah ich, dass eine neue Bestzeit zu schaffen war, auch wenn eine sub50er Zeit bei den hohen Temperaturen nicht drin war. Jetzt hieß es gegen die Wärme ankämpfen und das Tempo der ersten Hälfte irgendwie halten. Dabei ist mir aber auch immer sehr wichtig, den Spaß des Wettkampflaufens nicht zu verlieren und das Laufen trotz schnellen Tempos zu genießen. Als ich ein mir bekanntes leuchtend gelbes T-Shirt 100 Meter vor mir sah, freute ich mich daher auch sehr – das war Chris (@flitzpiepechris) von den Flitzpiepen (@dieflitzpiepen)! Ich zog also noch ein bisschen an, um schnellstmöglich auf Chris auflaufen zu können und mit ihm ein kurzes Schwätzchen zu halten. Chris lief für einen Bekannten als Pacemaker und war so ein gutes Stück von der Schnappatmung entfernt, die ich beim Quatschen mit ihm empfand. Die Hitze machte mir auch ein wenig zu schaffen und mein Körper schrie nach Flüssigkeit – nur doof, dass der Wasserstand bei Kilometer 6 so voll war. Aber wozu hat man denn nette Lauffreunde? Chris „verdonnerte“ mich dazu, schön auf direktem Wege weiterzulaufen, er würde sich schon um Wasser für mich kümmern. Dafür ein ganz großes Dankeschön, lieber Chris! Manchmal sind es die kleinen Gesten, über die man sich besonders freut!

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Nachdem Chris dann wieder zu seinem Laufpartner zurückgekehrt war, hieß es für mich die letzten Kilometer durchhalten und das Tempo nicht zu verlieren. Auf der langen Gerade auf dem Kudamm war das eine recht harte mentale Aufgabe – nur gut, dass ich das „lange-Geraden-Laufen“ mittlerweile mental ganz gut verarbeiten kann. Da hilft das Training auf dem Tempelhofer Feld mit seiner 2 Kilometer langen Start- und Landebahn. So schaffte ich es mit einer ordentlichen Portion Lockerheit mit neuer Bestzeit ins Ziel. Am Ende standen 51:27min auf der Uhr und ich war sehr happy. Ich denke schon, dass bei idealen Bedingungen eine sub50 für mich im Bereich des Möglichen liegt. Aber da muss alles passen, eben auch das Wetter.

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Nach dem Lauf knüpften wir mit Manu, André & Co. an die Prerace Party mit einer kleinen Afterrace Party an:-) Bei herrlichen Temperaturen machten wir uns danach auf den Heimweg und belohnten uns noch in der Eisdiele unseres Vertrauens für den späten Lauf. Alles in allem war die Citynacht in Berlin ein toller Lauf für uns. Tolle Atmosphäre, viele Läufer und sehr viele Zuschauer an der Strecke, super Stimmung im Zielbereich. Wir werden der Citynacht sicher treu bleiben und freuen uns schon aufs nächste Jahr.

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