Frauenläufe. Ein viel diskutiertes Format im Laufsport. Gefühlt spaltet sich beim Thema Frauenlauf die Laufcommunity. Sind Frauenläufe wichtig für die Geschlechter-Gleichberechtigung? Warum wollen viele Frauen unter sich sein, statt an geschlechterneutralen Wettkämpfen teilzunehmen? Wenn es Frauenläufe gibt, muss es dann auch Männerläufe geben?

Wer sich intensiver mit dem Thema Frauenlauf beschäftigt merkt schnell, dass die Frage nach dem Hintergrund von Frauenläufen gar nicht so einfach ist.

Die Geschichte des Frauenlaufs – Kathrine Switzer

Um ein besseres Verständnis für das Event „Frauenlauf“ zu gewinnen, ist es notwendig, auf die Geschichte des Frauenlaufs zu schauen: Seit wann gibt es eigentlich Frauenläufe? Was war der Grund für die Entstehung des Frauenlaufs?

Der Ursprung des Frauenlaufs liegt ein paar Jahrzehnte zurück. Es ist noch gar nicht so lange her, da durften Frauen nicht an Laufveranstaltungen teilnehmen. Körperliche Anstrengungen wie z.B. der Marathonlauf waren eine rein männliche Domäne. Denn der weibliche Körper könne der körperlichen Anstrengung bei einem Marathonlauf nicht standhalten, so die allgemeine Grundhaltung der Gesellschaft. Man mag es kaum glauben, aber dieses Denken existierte teilweise auch noch in den 1970er und 1980er Jahren.

Eine ganz entscheidende Rolle in der Entwicklung von Frauenläufen spielte die Laufikone Kathrine Switzer. Während Kathrine in den USA eine bekannte Persönlichkeit ist, kennen viele Läufer*innen in Deutschland ihre Geschichte nicht. Dabei war es Switzer, die den Weg für uns Frauen im Ausdauersport geebnet hat.

Das Bild, als der Renndirektor des Boston Marathons, Jock Semple, 1967 versuchte die damals 20-Jährige Kathrine Switzer aus dem Rennen zu ziehen, ging um die Welt. Kathrine hatte sich beim Boston Marathon mit ihren Initialien angemeldet. So fiel nicht auf, dass eine Frau an den Start des Boston Marathons gehen würde.  Am Racetag hatte sich jedoch nach wenigen Kilometern rumgesprochen, dass eine Frau mit im Starterfeld war. Und das war zumindest für den Renndirektor ein Affront. Doch bei dem Versuch, Kathrine aus dem Rennen zu ziehen, hatte Semple die Rechnung nicht mit Switzers damaligem Freund gemacht. Der Footballspieler Tom Miller lief an Kathrines Seite und gab dem Renndirektor mit einem ordentlichen Bodycheck deutlich zu verstehen, dass er nicht ein zweites Mal versuchen sollte, Kathrine aus dem Rennen zu ziehen.

Am Ende finishte Switzer den Boston Marathon souverän. Damit war sie die erste Frau, die offiziell einen Marathon gefinisht hatte. Schon während des Laufes wurde ihr klar, dass sie damit eine grundlegende Veränderung in der Wahrnehmung der Frau als Ausdauersportlerin anstoßen könnte. Und sie nahm ihre Rolle als Marathonpionierin an. Fortan kämpfte sie für die Rechte der Frau im Ausdauersport.

Fraunlauf, Ikone Kathrine Switzer, Frauen im Sport, Gleichberechtigung im Sport

© Marathonfotos.com

Der erste Frauenlauf

Fünf Jahre nach Switzers historischem Marathonlauf in Boston, fand der erste Frauenlauf in New York City statt. Dabei handelte es sich um einen 6-Meilen-Lauf (ca. 9,7km). Mit 78 Teilnehmerinnen war der Crazylegs Mini Marathon für die damaligen Verhältnisse äußerst gut besucht und somit bereits im ersten Jahr ein voller Erfolg.

Bereits ein Jahr später fand in Waldniel in Deutschland der erste reine Frauenmarathon statt. 40 Frauen nahmen teil. Ein Jahr später waren es 49 Frauen aus 9 verschiedenen Ländern. Erneut ein bedeutender Andrang für die damalige Zeit.

Die heute noch stattfindende Avon Frauenlaufserie feierte ihr Debüt 1978 in Atlanta. Im Gegensatz zum Avon Frauenlauf in Berlin, bei dem heute 5 und 10km-Wettkämpfe angeboten werden, wurde damals über die Marathondistanz gelaufen.

Die Bedeutung des Frauenlaufs

Frauenläufe haben ihren Ursprung also darin, dass Frauen lange Zeit von Laufwettbewerben ausgeschlossen waren. Sie sind also der Ursprung einer Gleichberechtigungsbewegung im Ausdauersport. Aber wie sieht das heute aus? Brauchen wir immer noch Frauenläufe oder sind diese mittlerweile überflüssig geworden, weil Frauen heutzutage gemeinsam mit Männern bei Laufwettbewerben an den Start gehen können?

Um diese Frage beantworten zu können, muss man die Motive berücksichtigen, warum Frauen in der heutigen Zeit an Frauenläufen teilnehmen. Es geht nämlich nicht mehr unbedingt darum, ein Zeichen für die Gleichberechtigung der Frau zu setzen. Gleichwohl spiegelt der heutige Frauenlauf immer noch die Thematik der Geschlechtergleichstellung wider. Wie passt das zusammen?

Wenn man sich z.B. den Avon Frauenlauf in Berlin anschaut, wird deutlich, wie beliebt die großen Frauenlaufveranstaltungen immer noch sind. Knapp 18.000 Frauen und Mädchen nahmen in diesem Jahr an diesem Frauenlauf teil. Wahnsinn. Ich selbst war auch vor Ort. Ich bin nicht mitgelaufen, aber habe mir die Veranstaltung von außen angeschaut. Und ich muss sagen, wenn noch ein Funken fehlte, mich vom Konzept Frauenlauf zu überzeugen, bin ich es seitdem endgültig. Die Atmosphäre beim Frauenlauf war einfach großartig. Ein ganz besonderes Miteinander war hier zu spüren. Die unterschiedlichsten Frauen liefen hier gemeinsam über die 5- bzw. 10km-Distanz: Jung und alt, schnell und langsam, dick und dünn. Eine unglaubliche Vielfalt. Sehr schnell konnte ich spüren, dass viele der Teilnehmerinnen im Rahmen des Frauenlaufes richtig aufblühten.

Avon Frauenlauf Berlin, Frauen im Sport, Gleichberechtigung im Sport

© Sven Jähnig

Den Läuferinnen unter uns, die regelmäßig an Wettkämpfen teilnehmen, bei denen Frauen und Männer gemeinsam laufen, fällt es vielleicht schwer zu verstehen, welchen Sinn Frauenläufe in der heutigen Zeit noch haben. Auch ich habe Frauenläufe lange Zeit hinterfragt. Häufig werden ja auch bestimmte Geschlechter-Stereotypen bei Frauenläufen nur noch intensiviert: Es gibt rosa oder pinke T-Shirts und das Goodie-Bag ist voll mit Kosmetikprodukten. Bereits bei diesem Punkt lohnt es sich zu differenzieren. Die Farbwahl der Shirts bei Frauenläufen sollte wie bei allen anderen Laufveranstaltungen auch unterschiedlich gestaltet werden. Die Farbtöne pink und rosa werden immer noch mit Weiblichkeit assoziiert. Nun kann man sagen, dass es bei Frauenläufen ja genau um diese Weiblichkeit geht. Ich denke aber, dass viele Frauen genau nicht den Stereotypen von der Farbe rosa (weich, sanft) als Symbolik für das weibliche Laufen sehen wollen. Denn für viele Teilnehmerinnen an Frauenläufen ist es gerade wichtig sich selbst und vielleicht auch den anderen zu zeigen, dass sie genauso wie Männer Laufleistungen erbringen können. Daher würde ich jedem Frauenlauf-Veranstalter raten, die Farbwahl der Teilnehmerinnen-Shirts genau abzuwägen.

Bei der Kosmetik im Startbeutel sehe ich das etwas anders. Ganz ehrlich – wieviele Männerduschgels und -deos habe ich schon in Startbeuteln bei Laufveranstaltungen gehabt? Ich hätte mir sehr oft gewünscht, mal ein schönes Frauenkosmetikprodukt zu erhalten. Frau jubiliert ja schon, wenn es beim Berlin Marathon ein Männer- UND ein Frauendeo gibt. Und ich glaube viele Frauen freuen sich über Kosmetikprodukte im Startbeutel einer Laufveranstaltung. Also warum nicht?

Kommen wir aber zurück zur Ausgangsfrage: Welche Bedeutung haben Frauenläufe in der heutigen Zeit?

Wie das Beispiel des Avon Frauenlaufs in Berlin zeigt, ist der Andrang bei Frauenläufen nach wie vor riesig. Das bedeutet also, dass es ganz klar einen Markt für diese Veranstaltungsart gibt. Es gibt also viele Frauen, die gerne an Frauenläufen teilnehmen. Und genau an diesem Punkt sollten sich Männer, die die Existenz von Frauenläufen kritisieren, mal die Frage stellen:

Warum laufen so viele Frauen gerne/lieber bei Frauenläufen?

Um gleich mal den Frauenlaufgegner*innen den Wind aus den Segeln zu nehmen: Nein, ich werde jetzt nicht behaupten, dass alle Männer Sexisten sind und man sich als Frau bei Laufwettkämpfen nicht wohl fühlt. Das ist selbstverständlich nicht der Fall. Nichtsdestotrotz, will ich ganz klar herausstellen, dass Mann sich durchaus selbst mal hinterfragen darf. Denn es sind nicht die Frauen, die der Grund für Frauenläufe sind. Wie bereits erwähnt hing die Geburt des Frauenlaufes mit dem Verbot der Teilnahme an Laufveranstaltungen für Frauen zusammen. Und nein, es waren nicht die Frauen, die sich selbst verboten haben, an Laufveranstaltungen teilzunehmen. Es war das männliche Geschlecht, das die Ansicht durchgesetzt hat, dass Frauen nicht leistungsstark genug sind, z.B. einen Marathon zu laufen.

Auch in der heutigen Zeit spielt das männliche Geschlecht noch eine Rolle, warum Frauenläufe so gut funktionieren. Ich habe viele Gespräche mit Teilnehmerinnen an Frauenläufen geführt. Und ich musste feststellen, dass es erstaunlich viele Frauen gibt, die sich nicht wohl fühlen, wenn sie mit dem anderen Geschlecht laufen. Gründe sind zum einen immer noch sexistische Sprüche, die sporttreibende Frauen sich vom anderen Geschlecht anhören müssen. Häufig geht es auch um die Figur der Frau. Gerade übergewichtige Frauen haben das Gefühl, beim Sport von Männern doof angeschaut zu werden. Was, die treiben Sport, obwohl sie gar nicht danach aussehen? Die kommt doch gar nicht vorwärts.

Ein letzter Punkt, der immer wieder genannt wird, ist der bei männlichen Läufern vorherrschende Leistungsgedanke. Viele Frauen laufen gerne, aber ohne dass es bei ihnen um irgendwelche Bestzeiten geht. Bei Männern ist der Leistungsgedanke ausgeprägter, als bei Frauen. So fühlen sich einige Frauen unter Druck gesetzt, wenn sie bei Laufveranstaltungen beider Geschlechter an den Start gehen.

Avon Frauenlauf Berlin, Frauen im Sport, Gleichberechtigung im Sport

© Sven Jähnig

Quo Vadis Frauenläufe?

Für mich kann es daher nur zu einem Schluss kommen: Solange es immer noch eine bedeutende Anzahl an Frauen gibt, die sich bei Laufveranstaltungen beider Geschlechter unwohl fühlen, sind Frauenläufe eine gute Alternative. Wann haben wir den Punkt erreicht, wo das nicht mehr so ist?

1. Wenn sexistische Vorfälle von Männern gegen Frauen gegen null gehen.

2. Wenn Männer keine dummen Sprüche mehr über dicke Frauen machen.

3. Wenn der Leistungsgedanke bei Laufveranstaltungen gefühlt nicht mehr das Non plus ultra ist.

Wenn man sich diese drei Punkte anschaut, wird deutlich, dass es nicht die Frauen sind, die dafür sorgen können, dass Frauenläufe überflüssig werden. Es sind zu großen Teilen die Männer, die wir brauchen, um auch im Laufen ein vollständiges Geschlechter-Miteinander zu erreichen. Liebe Männer, ich bitte Euch daher um folgendes:

1. Stellt Euch gegen jeglichen Sexismus gegenüber Frauen. Wenn ein Mann in Eurer Anwesenheit einen sexistischen Spruch gegenüber einer Frau macht, stellt ihn zur Rede!

2. Stellt Euch gegen jegliche Diskriminierung von „Dicken“ (im Laufsport). Dies gilt sowohl für Frauen, als auch für Männer! Im Gegenteil sollte man Menschen, die ein paar Kilos zu viel mit sich herumschleppen, weiter zum Sport ermutigen und ihnen Respekt zollen! Wir alle wissen, wie bescheiden es sich anfühlt, wenn man beim Laufen ein paar Kilos mehr als gewohnt mit sich herumzuschleppen hat. Umso größer ist mein Respekt für alle Übergewichtigen, die sich auf den Laufweg machen!

3. Stellt den Leistungsgedanken gegenüber Euren Mitläufer*innen nicht ständig in den Vordergrund. Viele Eurer Mitläufer*innen, sowohl weiblichen, als auch männlichen Geschlechts, fühlen sich von derartigem Leistungsfokus unter Druck gesetzt. Am Ende machen wir alle (mit Ausnahme der Profis) unseren Sport rein zu unserem Vergnügen. Viele Menschen verspüren bereits genug Druck in ihrem Arbeitsleben. Da muss das bei der Freizeitbeschäftigung nicht auch noch vorherrschend sein.

Ich freue mich über Eure Kommentare und Meinungen zu diesem Thema.

Zusätzliche Ausführungen zur Geschlechter-Debatte im Laufsport

Ich möchte zu meinen Gender-Ausführungen ein paar wichtige Punkte hinzufügen:

1. Ich weiß, dass es auch sexistische Vorfälle von Frauen gegenüber Männern gibt. ABER: Hierbei muss die in der Regel körperliche Überlegenheit des Mannes gegenüber der Frau berücksichtigt werden. Wenn mich ein Mann sexuell belästigt, befinde ich mich ganz klar in einer Gefahrensituation. Denn ich weiß, dass ich dem Mann physisch unterlegen bin. Andersherum ist Sexismus von Frauen gegenüber Männern zwar genauso wenig gutzuheißen, aber der Mann sieht sich in der Regel nicht in einer Gefahrensituation. Daher muss im Sexismus-Vergleich der Geschlechter immer differenziert werden!

2. In der Gleichberechtigungs-Diskussion wird nicht selten von Männern argumentiert, dass sie durch Veranstaltungen wie Frauenläufe, als Männer diskriminiert werden. Diese Argumentation ist in meinen Augen haltlos. Denn Frauenläufe existieren ja gerade weil Frauen von Männern diskriminiert und ausgeschlossen wurden. Da ist es einfach nur paradox zu schreien, dass man als Mann bei Frauenläufen ja ausgeschlossen wird. Und das gilt für mich solange, wie wir in einer Gesellschaft leben, in der die Frauen nicht gleichberechtigt sind.

3. Heute sind die Frauen deutlich gleichberechtigter, als sie es noch vor einigen Jahrzehnten waren. Es hat sich seitdem viel getan. Nichtsdestotrotz sind wir immer noch ein ganzes Stück entfernt von einer gleichberechtigten Gesellschaft.

4. Natürlich gibt es auch viele Frauen, die beim Laufen vom Leistungsgedanken getrieben sind. Aber meiner Erfahrung nach ist der Leistungsgedanke unter Männern deutlich ausgeprägter, als bei Frauen.

Quellen

18 Kommentare
  1. Otto sagte:

    Dieses Thema ist in den letzten Wochen mehrfach bei mir auf dem Tisch wegewesen, weshalb ich versucht habe mich einmal etwas schlau darüber zu machen. Ich (männlich und Sporttrainer) kann gut verstehen, dass „Ihr“ Frauen manchmal unter Euch sein wollt. Ich kann aber nur sagen, dass in allen Vereinen in denen ich bin es keinen Unterschied gibt zwischen Männern und Frauen. In einen Verein in dem ich im Vorstand sitze haben wir 71 Mitglieder. 23 Frauen/Mädchen und 48 Männer/Jungs. Im Vorstand ist eine Frau und sechs Männer. Dieses Verhältnis im Vorstand liegt nicht daran, dass wir keine Frauen haben wollen, eher daran, dass keiner Lust auf die Arbeit hat, und sich an dieser Stelle die Kerle dann doch leichter überreden lassen. Warum meldet sich da nicht einmal eine Frau, die sagt ich möchte die Welt verändern? In einem anderen Verein in dem ich Mitglied bin sind bei gut 2500 Mitglieder nur knappe 200 Frauen. Bei diesem Verein habe ich eher die Beobachtung gemacht, dass eine neue Frau ganz anders und viel persöhnlicher von den Mitgliedern aufgenommen wird als ein Mann. Der Mann muss sich erst ein Platz erarbeiten, die ist nach zwei Wochen integriert als wäre sie schon zehn Jahre dabei. Sprüche fallen an dieser Stelle auch ab und an, wobei mindestens genauso viele Sprüche auch under den Männern fallen. An dieser Stelle frage ich mich, ob Frauen nur noch mit Samthandschuhen angefasst werden wollen.
    Jetzt zu dem Thema Frauenlauf oder Frauenstudios. Ich kann den Kommentar von der Extrawurst im gewissen Rahmen nachvollziehen auch wenn er etwas zu kurz beschrieben worden ist. Ihr wollt eine Gleichberechtigung, lebt es aber anders vor. Wie soll ich mich als Mann fühlen, der noch nie böswillig einen Sportler aufgrund irgendeiner körperlichen „Besonderheit“ diskriminiert hat. Und wenn ich ein Kompliment mache, welches unbeabsichtigt falsch betont wird, wird es gleich als sexistisch ausgelegt.
    In meinen Augen ist dieses ganze Thema eher eine Ausflucht. Es werden Gleichgesinnte gesucht, die Ihre Probleme auf andere Dinge projezieren wollen. Damit hat man eine Gruppe gefunden, in der nicht alle sind, und fühlt sich daher stärker. Damit diskriminiert man jedoch alle anderen.
    Ich fände es deutlich besser, wenn jeder jedem eine Chanse gibt, und nicht gleich alle anhand von Stereotypen über einen Kamm schert.
    Ich bin übrings jemand, der sich bei „frauenfeindlichen Sprüchen“ oder ähnlichen klar positioniert, kann es dann aber nicht ab, wenn mir durch den Schutzbedürftigten dann in den Rücken gefallen wird, nach dem Motto: „Ist doch nicht so wild.“
    Ich fühle mich bei reinen Frauenveranstaltungen klar diskriminiert!

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  2. Extrawurst sagte:

    Achja, immer die bösen bösen Männer. Sorry, kanns nicht mehr hören. Mit solchen Verantaltungen signalisiert ihr nur, dass Frauen und Männer nicht gleich sind…und ihr es auch nicht ändert wollt.
    Anscheinend fühlt ihr euch wohl in eurer Opferrolle.

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    • Hannah sagte:

      Vielen Dank für diesen konstruktiven Beitrag, mit dem Du so wunderbar aufzeigst, dass wir noch weit von einer gleichberechtigten Welt entfernt sind. Wir Frauen sind schuld, dass wir nicht gleichberechtigt sind? Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich doch glatt lauthals loslachen.

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  3. Chrissi sagte:

    Wichtiges Thema, danke Hannah!
    Leider stört mich tatsächlich an Frauenläufen das sie als besonders “nett” zu sein und das untergräbt was es auch für krasse Maschinen an der weiblichen Läuferfront gibt. Meistens sind es 5 oder 10k Läufe (am aller schlimmsten finde ich es, wenn in einer Laufveranstaltung einfach die kürzeste Distanz zu Frauenhaus erklärt wird und somit Männer einfach ausgeschlossen werden), beim Muddy Angel wird der Stacheldraht durch Luftschlangen ersetzt und dass auch langsame Läuferinnen mitlaufen können wird als besonderes Merkmal herausgearbeitet. Unterstützt das nicht sogar den Irrglauben, dass Frauen nicht gut genug für normale Läufe sind?

    Kann nicht mal die längere oder noch anspruchsvollere Strecke eines Laufs zum Frauenlauf erklärt werden?

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  4. Silvia sagte:

    erst einmal ein herzliches dankeschön für deinen wirklich guten artikel! ich komme aus wien und bin vor jahren über den österr. frauenlauf zum laufen gekommen – mittlerweile war ich bereits 9 mal dabei! ich schätze u. genieße eben genau die atmosphäre, die du beschrieben hast! immer noch ist der frauenlauf mir die liebste veranstaltung – obwohl ich auch an anderen teilnehme! den tag, an dem frauenläufe nicht mehr notwendig sind, werde ich feiern ohne ende – vermutlich gemeinsam mit vielen frauen!!
    liebe grüße aus wien!
    silvia

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    • Hannah sagte:

      Liebe Silvia,

      einfach super, dass Du über den Frauenlauf zum Laufen gekommen bist! Wir feiern definitiv mit, wenn wir den Tag erleben, an dem Frauenläufe nicht mehr benötigt werden!

      Liebe Grüße aus Berlin!
      Hannah

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  5. Angelika Halberstadt sagte:

    Im ( Berufs)Alltag kann ich doch auch nicht die Männer meiden ! Wir sollten uns wehren ( können) bei blöden Blicken oder Kommentaren anstatt der Situation aus dem Weg zu gehen !

    Antworten
    • Hannah sagte:

      Hallo Angelika,

      das ist natürlich ein Weg. Aber nicht jede Frau ist so selbstbewusst, in solchen Situationen kontra zu geben. Darum ist es aus meiner Sicht ja auch so wichtig, dass die Männer uns da den Rücken stärken und eben auch die Klappe aufmachen, wenn jemand einen dummen Spruch macht oder wenn es zu einer unangenehmen Situation kommt.

      Liebe Grüße
      Hannah

      Antworten
  6. Kathrin sagte:

    Hallo. Ich kenne keine einzige Frau (persönlich), die sich bei gemischten Läufen nicht wohl fühlt . Mich überrascht es sehr, dass es Frauen gibt, welche sich aus den genannten Punkten unwohl fühlen. Hat es generell mit mangelnden Selbstwertgefühl zu tun? Vielleicht sollte daran gearbeitet werden?
    Ich persönlich – ebenfalls meine laufenden Freunde und Bekannte – egal wie schnell oder langsam sie laufen, habe ich noch nie lästern oder schimpfen gehört über übergewichtige oder langsamere Läuferinnen oder Läufer. Sexistische Ansagen habe weder ich auf Läufen mitbekommen, noch ist mir das anderweitig zu Ohren gekommen ….
    Kann es sein, dass es einfach ein wenig eher die Angst ist, dass gelästert wird, anstatt eine Tatsache??
    Das ist jetzt völlig wertfrei gemeint, aber dieser Beitrag bzw die Diskussion erschreckt mich ein wenig. Mädels?? Hallo ?? Wir sind gleichberechtigt! Und nur, weil einige Menschen läuferisch nicht so leistungsstark sind, mindert das doch nicht deren Wert!

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    • Hannah sagte:

      Hallo Kathrin,

      also in einem Punkt muss ich Dir deutlich widersprechen. Wir (Frauen) sind nicht gleichberechtigt. Natürlich sind die Verhältnisse deutlich weniger ungleich, als es noch vor einigen Jahrzehnten der Fall war. Aber von Gleichberechtigung sind wir noch ein gutes Stück entfernt.

      Es mag sein, dass die Zurückhaltung von Frauen teilweise mit mangelndem Selbstwertgefühl zu tun hat. Aber – wenn das so ist – würde ich auch da ganz klar hinterfragen, wie das sein kann. Dann wäre es doch kein Zufall, dass das ausgerechnet mehrheitlich bei Frauen so ist. Es ist so immens wichtig zu hinterfragen, warum die Dinge so sind, wie sie sind.

      Auch die Angst vor dummen Sprüchen kommt in der Regel nicht von ungefähr. Denn wenn es den Frauen, die diese Angst haben, bisher so ergangen wäre wie Dir, sprich keinerlei schlechte Erfahrungen, dann gäbe es auch null Anlass dafür, Angst zu haben.

      Liebe Grüße
      Hannah

      Antworten
  7. Peter sagte:

    Hallo Hannah,

    Gerne würde ich auch meinen Senf zu diesem Thema geben.
    Vorweg, ich stimme dir, auch als Mann, vollkommen zu und bin ein Befürworter des Frauenlaufs. Ich komme aus Österreich und wenn ich mir die Teilnehmer zahlen in Wien beim Frauenlauf anschaue, sieht man ja auch das es funktioniert. In meiner kleinen Heimatgemeinde gibt es seit einigen Jahren einen Womans Duathlon, also ausschließlich Frauen. Bei der Erstaustragung vor 2 Jahren nahmen über 300 Frauen Teil. Dieses Jahr rechnen die Veranstalter mit über 500 und eben auch jedes bike, jede Figur, jede Altersklasse.
    Wenn man die Zahl mit einem gemischten Rennen vergleicht auch 500 Teilnehmer sind, davon aber vielleicht 100 Frauen sieht man ebenfalls es funktioniert.
    Jetzt komme ich aber zum Punkt!
    Ich gebe dir bei einem einzigen Punkt nicht ganz recht. Ich persönlich denke auch Ihr Frauen könnt beitragen, dass ihr euch selber wohler bei gemischten Rennen fühlt. Macht der Gewohnheit…
    Also wenn es viel öfters vorkommt, dass viele Frauen jeder Leistungsklasse, Figur etc. bei Rennen teilnehmen, werden (hoffentlich) die blöden Sprüche und Blicke auch aufhören.
    So jetzt bin ich es aber. Danke für deinen Blog und bis es keine Frauenläufe mehr gibt, unterstütze ich diese gerne.
    Alles liebe.

    Antworten
    • Hannah sagte:

      Hi Peter,

      vielen Dank für Deinen wunderbaren Kommentar. Das Beispiel mit dem Frauen-Duathlon bei Euch ist klasse. 500 Teilnehmerinnen bei einem Duathlon-Rennen, das ist wirklich fantastisch.

      Ich bin durchaus bei Dir, wenn es darum geht, dass natürlich auch die Frauen einen Teil dazu beitragen können, die Verhältnisse zu ändern. Nur wollte ich in meinem Post sehr deutlich machen, dass wir die Männer brauchen, um ein besseres Gleichgewicht zu erreichen. Denn nur, wenn wir alle, Männer und Frauen, ein gleiches Verhältnis von Frauen und Männern im Sport fördern, werden wir dieses auch erreichen.

      Liebe Grüße nach Österreich und vielen Dank für Deine Unterstützung!
      Hannah

      Antworten
  8. Alice Schreiber sagte:

    Ich nehme auch wegen der besonderen Athmosphäre bei Frauenläufen teil. Und ich freu mich immer über die pinkfarbenen Shirts. Das gehört für mich dazu. So sind eben nunmal oft wir Frauen. Auch gibt es fast immer eine Kinderbetreuung. Ich lauf auch bei anderen Veranstaltungen. Aber die sind immer irgendwie angestrengter bzw. ehrgeiziger, was ich persönlich ab und zu auch gern mag. Und ja, ich kenne einige Frauen, die genau wegen Ihrer Figur und Leistung nie bei gemischten Läufen mitmachen würden. Also der Bedarf ist da – kann gern weiter Frauenläufe geben!
    Alice

    Antworten
    • Hannah sagte:

      Hi Alice,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Schön, dass Du Dich bei beiden Laufformaten wohlfühlst. Hoffen wir mal, dass das Unwohlsein, was immer noch viele Frauen bei allgemeinen Laufveranstaltungen haben, in Zukunft weniger wird.

      Liebe Grüße
      Hannah

      Antworten
  9. Flo Scholz sagte:

    Danke Hannah für diesen Beitrag – sehr gut geschrieben und ein hoffentlich guter Ausblick für die Zukunft dass extra Frauenläufe nicht mehr notwendig sein werden. Ist aber leider noch ein langer Weg bis dahin.

    Zum Leistungsgedanken ist glaube ich das große Problem das ständige Vergleichen mit anderen statt auf sich selbst zu schauen. Das wird in unserer Gesellschaft uns aber auch immer so vorgelebt („Mein Auto. Mein Haus. Mein…“) statt sich auf uns selbst zu konzentrieren und unsere eigene Leistung in den Vordergrund zu stellen bzw. unsere überwundenen inneren Grenzen die zu Beginn eines Trainings immer so unereichbar scheinen.
    An solche Momente erinnert man sich ja auch viel länger (das Gefühl das erste Mal über eine Ziellinie gegangen zu sein behält jede/r) und mit einem wohligeren Gefühl als an solche Events wo man bei einem Zielsprint an irgendwem für Platzierung xy vorbeigegangen ist.

    Antworten
  10. Kerstin sagte:

    Vielen Dank für diesen schönen und differenzierten Beitrag. Er spricht mir in vielen Punkten aus dem Herzen. Ich nehme selbst (ausschließlich) an Frauenläufen teil. Meine Hauptmotivation ist dabei tatsächlich, das sie weniger wettbewerbsorientiert sind, und mir als „kräftige“ Joggerin (als „Läuferin“ bezeichne ich mich nie – soviel Selbstreflektion sollte man haben) dort akzeptierter vorkomme.

    Antworten
    • Hannah sagte:

      Liebe Kerstin,

      ich freue mich, dass ich einige Punkte in meinem Blogpost thematisieren konnte, die Dir aus dem Herzen sprechen!

      Und… wir alle sind Läufer*innen! Wenn Du läufst, statt zu gehen, bist Du eine Läuferin! Ganz egal, ob Du schnell oder langsam unterwegs bist! Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel! Und mach weiter so! Jede*r, der/die läuft, ist klasse!

      Viele Grüße
      Hannah

      Antworten

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